Aktionäre fragen – wir antworten

Im Umfeld der gerade laufenden Kapitalerhöhung haben sich viele Aktionäre mit Fragen an uns gewandt. Das ist gut so! Es ist uns immer eine Freude, solche Fragen zu beantworten. Zum einen unterstreicht es die ganz besondere Beziehung zwischen Gesellschaft und Miteigentümern in unserer kleinen Aktiengesellschaft. Zum anderen zwingen die Fragen unserer Aktionäre den Vorstand ja auch, sich (selbst)kritisch mit seinen eigenen Ansichten und Erkenntnissen auseinanderzusetzen – davon wird man regelmäßig nicht dümmer.

Eine häufig gestellte Frage ist, a) inwieweit eine Kapitalerhöhung zum jetzigen Zeitpunkt denn noch Sinn macht und b) warum wir nicht einfach unsere Banken um entsprechende Kreditgewährung bitten, wenn wir das Anlagevolumen noch ausdehnen möchten.

Hierzu zitieren wir noch einmal aus unserem kürzlich erschienenen Beitrag „10 kleine Häuserlein“, wo es am Schluß heißt:

Dafür haben wir heute aber auch nur noch im Börsenkurs ausgedrückte Wertabschläge von – über alle Fonds hinweg – in etwa 15 %. Aber das bedeutet, nachdem die Immobilien fast alle weg sind: Wir kaufen heute einen Euro in den Fonds vorhandenes Bargeld für 85 cent. Das ist immer noch kein schlechtes Geschäft, und vor allem ein nahezu vollständig risikofreies.

Zur Sinnhaftigkeit der Kapitalerhöhung kann man also erläutern: Wir kaufen heute einen Euro in den Fonds vorhandenes Bargeld für 85 cent – wir wissen jedoch nicht genau, wann wir diesen einen Euro zurückbekommen werden. Gehen wir einmal davon aus (darauf deuten alle Aussagen einzelner Fonds zu ihrer voraussichtlichen Abwicklungsdauer hin), daß wir hier eine mittlere Kapitalbindungsdauer von etwa drei Jahren haben werden. Dann erwirtschaften wir mit unseren Anlagen bei den aktuellen Wertabschlägen im Börsenkurs von 15 % eine ziemlich sicher kalkulierbare Rendite von gut 5 % p.a.

Wie bereits in der Vergangenheit stellen wir dabei neben unser Eigenkapital im Verhältnis 1:2 entsprechende Bankkredite. Solange diese Bankkredite deutlich weniger als 5 % p.a. Zinsen kosten (und tatsächlich liegen wir heute im Mittel bei etwa 1,75 % p.a.), hebeln wir mit dieser Konstruktion unsere Eigenkapitalrendite auf deutlich mehr als 10 % p.a. – und das bei einem bei nahezu Null liegenden Risiko. Insofern war für uns auch die gestrige Aussage der EZB von großer Bedeutung, die Zinsen bis mindestens Ende 2019 unverändert zu lassen. Das gibt unserem Geschäftsmodell entsprechende Planungssicherheit.

Schließlich noch die Frage: Wenn dieses Modell denn so gut funktioniert, warum fragen wir unsere Banken nicht einfach nach höheren Krediten? Die Antwort ist recht einfach: Alle unsere Banken sind natürlich im Tagesgeschäft den klassischen Denkschemata verhaftet. Finanzierung gerne, aber bitte mit entsprechendem Eigenkapitalanteil. Ohne die jetzt laufende Kapitalerhöhung hätten wir also auch die Kreditlinien nicht erhöht bekommen.

Categories: Allgemein