Falsch geraten

Als Ursache für den gestern gemeldeten Anstieg des Anteilscheinwertes des CS Euroreal um 10 cent (was effektiv eine Vermögenserhöhung um über 10 Mio. EUR bedeutete) vermuteten wir die Auswirkungen eines Verkaufs der beiden Objekte in Lissabon über Verkehrswert. Die Vermutung lag durchaus nahe, denn erstens würde die gegenwärtig gute Lage am Markt Lissabon ziemlich genau dieses Ergebnis haben können, und zweitens war im Abwicklungsbericht per 30.09.2018 für das Geschäftsjahr 2018/19 nur noch ein Mietertrag von einem Viertel der Jahresmiete prognostiziert, was eigentlich zwingend einen Verkauf mit Übergang von Nutzen und Lasten zum 01.01.2019 impliziert.

Wir haben aber falsch geraten. Heute erleuchtet uns die Commerzbank AG als Abwicklungsstelle des CS Euroreal, dass ursächlich die (Teil-)Auflösung von Rückstellungen für übernommene Mietgarantien war. Diese gehen auf den Verkauf des Prestigeobjektes T8 in Frankfurt/Main zurück, das der CS Euroreal noch während seiner Abwicklung komplett neu hochgezogen hatte. Der Verkauf im August 2017 an südkoreanische Investoren war nach allem was man hörte sehr deutlich über dem letzten Verkehrswert von 208,2 Mio. EUR erfolgt – doch von dem schönen Gewinn war damals so gut wie nichts in Form einer Erhöhung des Anteilscheinwertes angekommen. Heute wissen wir warum: Wegen der damals parallel gebildeten Rückstellungen, deren Auflösung den Lohn der Arbeit erst jetzt zeitversetzt im Anteilscheinwert ankommen lässt.

Im Abwicklungsbericht zum 30.09.2018 waren die „Rückstellungen für Vermietungskosten“ übrigens noch mit 42,5 Mio. EUR beziffert, dem vierfachen des gerade aufgelösten Betrages. Schlummert da noch etwas Potential für weitere positive Überraschungen?

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