Heute schon wieder Schweine gehütet?

Die älteren unter uns (zu denen der Verfasser dieser Zeilen ohne Zweifel auch gehört) kennen diese Phrase noch: Wenn einen früher jemand unangemessener Weise duzte, fragte man ein bißchen pikiert zurück: Haben wir schon einmal zusammen Schweine gehütet?

Die Zahl der Schweine auf diesem Globus muß sich in den letzten paar Jahren explosionsartig vermehrt haben. Die Mehrzahl aller Menschen scheint inzwischen aus dem Schweinehüten gar nicht mehr herauszukommen. Auch das Internet und alle möglichen Computer scheint man inzwischen zum Schweinehüten zu benutzen. Anders ist es wohl nicht zu erklären, daß man neuerdings dutzende Male am Tag von wildfremden Maschinen geduzt wird.

„Jörg, unsere neue Kollektion für Dich, schau doch gleich mal rein.“ Dabei ist dieser Scheiß-Computer, der sich anmaßt mich einfach zu duzen, so was von abgrundtief dämlich (er denkt sozusagen auf dem Niveau von Schweinen, obwohl das eigentlich doch ganz intelligente Tiere sein sollen): Kinderklamotten passen mir schon lange nicht mehr. Und Mädchenklamotten habe ich ohnehin noch nie getragen.

Nur weil ich für meine Patentochter mal einen coolen Fummel zum Geburtstag gekauft hatte …

Man mag gegen das sogenannte Darknet Vorbehalte haben. Trotzdem werde ich wohl demnächst auf den Tor-Browser umsteigen.

Denn wenn man sich mal wirklich objektiv damit beschäftigt: Das ganze wird vor allem von unseren Sicherheitsbehörden vor allem deswegen pauschal dämonisiert, weil sie uns da nicht mehr so einfach jeden Tag unbemerkt und ungeniert in die Unterwäsche kucken können. Und ich würde mal behaupten: Jeder zweite Journalist, der mit einem eitrigen Flimmern in den Augen das Wort „Darknet“ über die Lippen bringt, hat nicht die geringste Ahnung, was das eigentlich wirklich ist.

Das sogenannte Darknet ist (wie eben auch das gesamte Internet) ursprünglich eine Erfindung des US-Militärs. Man brauchte für die Spitzel auf der ganzen Welt eine Kommunikationsplattform, bei der ein Agent selbst vom Himalaya aus anonym an die Zentrale berichten konnte, ohne daß wer anders die Spur zurückverfolgen konnte.

Bald kam das US-Militär aber darauf, daß das doch keine ganz so gute Idee war. Allein die Nutzung dieses dunklen Netzes über den Tor-Browsers wies den User ja schon als US-Agenten aus. Und damit verriet er/sie sich sozusagen selber. Was machten die Schlauköpfe des US-Militärs? Sie veröffentlichten den Quellcode, damit auch andere das Darknet nutzen konnten. Daß „andere“ auch Drogendealer, Waffenhändler und Pädophile sein konnten, das nahm man bewußt in Kauf. Hauptsache es entstand im Netz eine anonyme Masse, in der die US-Agenten jetzt unerkannt untertauchen konnten.

Wenn ich es mir so recht überlege: US-Spionen zusätzliche Deckung zu geben, indem auch ich über das Darknet surfe, ist vielleicht auch nicht wirklich mein Ding. Sollte ich mich doch lieber weiter mit Werbung für coole Mädchenkleidung zutexten lassen?

Categories: Allgemein