Arbeitsalltag geprägt von sexueller Belästigung

Unter dieser Überschrift meldet die ARD vorgestern, daß nach einer Studie der Antidiskriminierungsstelle (ADS) des Bundes rund jeder elfte Beschäftigte in Deutschland in den vergangenen drei Jahren im Job sexuell belästigt worden ist.

Wenn also jeder elfte Beschäftigte angab, schon einmal sexuell belästigt worden zu sein, dann heißt das im Umkehrschluß: Für über 90 % war alles takko. Und wenn man bei denjenigen, die sich über sexuelle Belästigung beklagten, noch einmal die abzieht, bei denen der Wunsch Vater des Gedanken war, dann ist endgültig klar: Wir reden hier über ein ganz marginales Randproblem. Wie man vor diesem Hintergrund titeln kann „Arbeitsalltag geprägt von sexueller Belästigung“ wird auf ewig das Geheimnis der Verfasser besagter Studie bleiben. Wahrscheinlich liegt es daran, daß die Fähigkeit, die Kunst des Rechnens zu beherrschen, nicht zu den bevorzugten Einstellungsvoraussetzungen einer Antidiskrimierungsstelle gehört. Wahrscheinlich ist diese Stelle sowieso eher eine Auffangeinrichtung für Menschen, die sich aus welchen Gründen auch immer zu einer volkswirtschaftlich nützlichen Tätigkeit nicht berufen fühlen.

Ob diese Vermutung auch auf unsere mit geradezu epochaler Strahlkraft regierende Frauenministerin Franziska Giffey zutrifft, entzieht sich der Kenntnis des Verfassers dieser Zeilen. Er hatte noch nicht das Vergnügen eines persönlichen Kennenlernens. Nur anhand der Bilder von Franziska Giffey im Internet käme er jedenfalls zu dem zugegebener Maßen viel zu undifferenzierten Schluß, daß das Verlangen, unsere Frauenministerin sexuell zu belästigen, ungefähr so ausgeprägt wäre wie bei der Geflügelverkäuferin, von der später noch zu reden sein wird. Jedenfalls, nur mal so unter uns, mit Anfang 40 hat die beste Ehefrau von allen aber noch deutlich besser ausgesehen als unsere Familienministerin.

Das alles hier wäre ja auch gar nicht geschrieben worden, wenn sich besagte von der Bedeutungslosigkeit ihres Amtes möglicher Weise ein bißchen deprimierte Franziska Giffey nicht bemüßigt gefühlt hätte, besagte Studie noch genauer zu kommentieren. Sexuelle Belästigung sei eben nicht nur Grapschen, Antatschen, anzügliche Sprüche oder das Vorzeigen von Nacktfotos. Nein, gerade in der Sprache komme sexuelle Belästigung auch sehr subtil daher, zwischen den Zeilen sozusagen. Die Belästigung sei als solche gar nicht zu erkennen, aber in den Zwischentönen zu spüren, und auch das gehöre gesellschaftlich ein für allemal geächtet. Vermutlich ist Franziska Giffey fest davon überzeugt, daß auch die über 90 % der Befragten, die angaben, noch nie am Arbeitsplatz sexuell belästigt worden zu sein, unbewußt die Unwahrheit gesagt haben. Mit subtilen Worten und zwischen den Zeilen wurden sie sehr wohl sexuell belästigt, haben das aber gar nicht mitbekommen.

Früher pflegte bei der MIAG Fritze Wollenweber, der alte Chef des Verfassers dieser Zeilen, in solchen Fällen zu sagen: „Der ihre Probleme und Onassis sein Geld hätte ich gerne.“ Aber das war früher. Heute ist „political correctness“ zu einer Voraussetzung für das eigene gesellschaftliche Überleben geworden ist. Man beneidet förmlich Länder wie die USA, wo man auf solchen Schwachsinn wie „political correctness“ schon längst wieder pfeifen kann. Wo die eigene Beliebtheit noch steigt, wenn man mal wieder richtig die Sau rauslässt. Aber er ist kein Amerikaner, und deshalb bereiten dem von Giffey’scher Denkart infiltrierten Schreiberling auch noch die subtilen Töne zwischen den Zeilen schlaflose Nächte.

Gestern zum Beispiel. Besagter Verfasser dieser Zeilen geht mit der besten Ehefrau von allen samstags immer noch ausgesprochen gerne auf dem Wochenmarkt in Braunschweig einkaufen. Viele Stände und auch so manches Standpersonal kennt man seit Jahrzehnten. Und so ein Wochenmarkt hat ja auch seine eigene sehr persönliche Atmosphäre. Ich muß der verehrten Leserschaft deshalb mit Schamesröte im Gesicht von einem Wortwechsel am Geflügelstand unseres Vertrauens berichten:

„Was darf’s sein?“

„Ach, bin ich schon dran?“

„Ich habe doch die ganze Zeit nur auf Sie gewartet.“

„Na, das hat aber auch schon lange keine Frau mehr zu mir gesagt.“

Da denkt man sich ja gar nichts bei. Aber Franziska Giffey würde das wohl schon für sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz halten. Die schlimmsten, das ergab die oben zitierte Studie der Antidiskrimierungsstelle (ADS) des Bundes schließlich auch, sind nämlich gar nicht die eigenen Kollegen oder die Vorgesetzten. Nein, die allerschlimmsten Finger beim sexuellen Belästigen sind die Kunden.

Zum Glück gehört meine Geflügelverkäuferin wohl zu den über 90 % der Befragten, die nach Überzeugung von Franziska Giffey zwar subtil und zwischen den Zeilen sexuell belästigt werden, aber das überhaupt nicht mitbekommen. Wie sonst wäre zu erklären, daß sie mir, als ich auf dem Rückweg noch einmal am Geflügelstand vorbeikam, aus der Ferne freundlich zugewunken hat?

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