Deze Pagina is tijdelijk gesloten

 

Nach einem erfolgreichen, aber auch anstrengenden Jahr muß der Verfasser dieser Zeilen schon wieder in die Reha (mal sehen, ob mir meine Krankenkasse die Kosten einer mehrwöchigen Kreuzfahrt erstattet).

Mindestens diejenigen Zeitgenossen, die mich als „polemisierende Friedhofswachtel“ zu titulieren beliebten, werden darüber wohl ganz froh sein. Endlich mal ein paar Wochen Ruhe vor der Nervensäge. Alle anderen werden das zeitweise Ausbleiben intellektueller Senfsosse auch überstehen.

Ende Januar und Mitte Februar werden Sie hier jeweils eine „Zusammenfassenden Meldung“ finden, in der die wichtigsten Ereignisse der Zwischenzeit stichwortartig genannt werden.

Ich wünsche allen unseren Lesern eine gute Zeit und weiter einen erfolgreichen Start in das Neue Jahr.

Falsch geraten

Als Ursache für den gestern gemeldeten Anstieg des Anteilscheinwertes des CS Euroreal um 10 cent (was effektiv eine Vermögenserhöhung um über 10 Mio. EUR bedeutete) vermuteten wir die Auswirkungen eines Verkaufs der beiden Objekte in Lissabon über Verkehrswert. Die Vermutung lag durchaus nahe, denn erstens würde die gegenwärtig gute Lage am Markt Lissabon ziemlich genau dieses Ergebnis haben können, und zweitens war im Abwicklungsbericht per 30.09.2018 für das Geschäftsjahr 2018/19 nur noch ein Mietertrag von einem Viertel der Jahresmiete prognostiziert, was eigentlich zwingend einen Verkauf mit Übergang von Nutzen und Lasten zum 01.01.2019 impliziert.

Wir haben aber falsch geraten. Heute erleuchtet uns die Commerzbank AG als Abwicklungsstelle des CS Euroreal, dass ursächlich die (Teil-)Auflösung von Rückstellungen für übernommene Mietgarantien war. Diese gehen auf den Verkauf des Prestigeobjektes T8 in Frankfurt/Main zurück, das der CS Euroreal noch während seiner Abwicklung komplett neu hochgezogen hatte. Der Verkauf im August 2017 an südkoreanische Investoren war nach allem was man hörte sehr deutlich über dem letzten Verkehrswert von 208,2 Mio. EUR erfolgt – doch von dem schönen Gewinn war damals so gut wie nichts in Form einer Erhöhung des Anteilscheinwertes angekommen. Heute wissen wir warum: Wegen der damals parallel gebildeten Rückstellungen, deren Auflösung den Lohn der Arbeit erst jetzt zeitversetzt im Anteilscheinwert ankommen lässt.

Im Abwicklungsbericht zum 30.09.2018 waren die „Rückstellungen für Vermietungskosten“ übrigens noch mit 42,5 Mio. EUR beziffert, dem vierfachen des gerade aufgelösten Betrages. Schlummert da noch etwas Potential für weitere positive Überraschungen?

SEB ImmoInvest: Wie nicht anders erwartet …

Heute meldet SEB/Savills beim SEB ImmoInvest einen Rückgang des Anteilpreises von 7,37 EUR auf 7,09 EUR. Diese 28 cent entsprechen bei 116,5 Mio. Anteilscheinen einem Verlust von 32,6 Mio. EUR. Begründet wird der Rückgang von SEB/Savills mit dem Verkauf des Objektes Via Laurentina 449 in Rom, das in den vergangenen Jahren schon regelmäßig um insgesamt fast 100 Mio. EUR abgewertet worden war und das zuletzt noch mit 205,8 Mio. EUR in den Büchern stand. Der jetzt ausgewiesene finale Verlust passt zu dem von uns schon vor einigen Wochen mit 170-180 Mio. EUR vermeldeten Verkaufspreis.

Ein weiteres Mal zeigt sich hier, wie sehr sich bei den abwickelnden Fonds inzwischen die Spreu vom Weizen trennt. Gleichzeitig meldet nämlich heute der CS Euroreal einen Anstieg seines Anteilpreises um 10 cent auf nunmehr 9,42 EUR. Warum, das steht noch nirgends. Es wird, das raten wir jetzt mal, wohl am ehesten mit dem kürzlich bereits manifest gewordenen Verkauf der beiden Lissabon-Objekte zu tun haben, der zum Jahresende noch abgewickelt sein sollte.

Hier ein Krümel, da ein Krümel …

Mit der Frage, aus welchen verstaubten Ecken unsere Fonds am Ende noch ein paar Euro rausfegen, hatten wir uns ja schon mehrfach beschäftigt. Dazu heute einmal die Variante des DEGI International, wo die Commerzbank AG als Abwicklungsstelle das erstaunte Publikum soeben wissen ließ:

„Am 28. Dezember 2018 hat sich der Anteilwert des DEGI INTERNATIONAL von 3,01 Euro um 0,10 Euro auf 3,11 Euro je Anteilschein geändert. Ursache für diese Änderung des Anteilwertes war die (Teil-)Auflösung von Rückstellungen für ausländische Ertragsteuern. Aufgrund des Eintrittes der Festsetzung für einen vergangenen Veranlagungszeitraum konnte nun ein Teil der ursprünglich gebildeten Rückstellungen aufgelöst werden, so dass sich ein positiver Effekt auf das Nettofondsvermögen und somit den Anteilwert ergeben hat.“

Nun war der DEGI International in 2018 tatsächlich der einzige Langeweiler in unseren Depots, und mit einer negativen Börsenkursentwicklung von 0,3 % in dem Jahr sogar der einzige unter allen abwickelnden Fonds mit einem Minuszeichen. Wir mochten ihn deswegen gar nicht mehr besonders. Jetzt aber doch wieder, denn 0,10 Euro klingt zwar nicht spektakulär, sind aber bei glatt 1 Mio. Stück Anteilen in unserem Bestand auch mal fix hunderttausend Euro …

Mut

Manche Dinge ganz direkt an- oder auszusprechen, ohne dabei jedoch mit der Direktheit in’s Unhöfliche abzugleiten: Das ist eine Fähigkeit, die der liebe Gott nicht jedem Menschen gleichermaßen mitgegeben hat.

Eben fuhr ich mit dem Auto in die Stadt. Also, in die Kleinstadt Wolfenbüttel. Nicht so ganz alltägliche Steuerfälle wie die CS Realwerte AG bespricht man bei uns mit den zuständigen Sachbearbeitern im Finanzamt und beim Stadtsteueramt am besten gleich persönlich. In einer Kleinstadt wie Wolfenbüttel geht das gottlob noch – was beiden Seiten die Arbeit sehr erleichtert und unmittelbar zu effizienten Ergebnissen führt.

Vor mir fuhr ein Toyota, mit einem Aufkleber auf der Heckklappe. Beim Stopp an der nächsten Ampel konnte ich lesen, was da stand:

Ich bin so schwul, ich kann nicht mal richtig geradeaus fahren.

In Berlin oder Köln wäre das weiter keinem groß aufgefallen. Aber in Berlin oder Köln würde man auf den Finanzämtern seinen Veranlagungssachbearbeiter auch nie im Leben persönlich zu Gesicht kriegen.

In einer Kleinstadt wie Wolfenbüttel gehört zu einem solchen Aufkleber echt Mut. Wie alles in der Welt hat halt auch das Leben in der Kleinstadt seine Vorteile und seine Nachteile.

1 2 3 90