Und der Tscheche murmelt leise: Was für eine große Scheiße.

Im Jahr 2007 kaufte der CS Euroreal das 31.400 m2 große Einkaufszentrum Olympia Olomouce im tschechischen Olmütz, damals noch das größte Shopping Center in der Region Mittelmähren. Runde 100 Mio. EUR blätterte man dem Projektentwickler Multi Development für den 2004 eröffneten Konsumtempel auf den Tisch.

2009 klopfte man sich noch gegenseitig auf die Schulter, daß alle 2004 für die Dauer von zunächst 5 Jahren abgeschlossenen Mietverträge für weitere 5 bzw. 10 Jahre verlängert werden konnten.

Doch irgendwie fing das Ding dann an, vor sich hinzukümmern. Im nahen Umkreis gab es bald eine Menge Konkurrenz, die sich als scheinbar attraktiver erwies. Die zitierten 10-Jahres-Verträge laufen gerade dieses Jahr ab, die 5-Jahres-Verträge endeten bereits 2014. Und wurden längst nicht mehr alle verlängert. Wegen der benachbarten Konkurrenz fing das Olympia Olomouce an, gefährlich auszubluten: Schon im Abwicklungsbericht per 30.09.2018 wurde die Leerstandsquote mit 35,8 % angegeben. Klare Indizien für die Notwendigkeit einer vollkommen bei Null beginnenden Revitalisierung – die das Centermanagement und der Fonds bzw. die Abwicklungsbank wegen der davongelaufenen Zeit aber zu leisten weder bereit noch im Stande waren.

Mit der Abwertung im April 2019 von 56 auf 19 Mio. EUR war endgültig klar, daß wir es hier mit einem ganz üblen Problemfall zu tun hatten. Unsere interne Verkaufspreisprognose hatte danach bei nur noch 15 Mio. EUR gelegen. Heute begründet die Commerzbank als Verwahrstelle einen Rückgang des Anteilpreises um 7 cent mit dem Verkauf der Olympia Olomouce zu einem Preis „unter dem letzten Verkehrswert“. Demnach müsste der schließlich erzielte Preis bei nur noch etwa 12 Mio. EUR gelegen haben.

In den einschlägigen Internet-Foren herrscht jetzt große Aufregung, doch eigentlich ist dieser Katastrophen-Verkauf ein No-event. Spätestens nach der massiven Abwertung im April dieses Jahres musste man das Objekt gedanklich ohnehin á fonds perdu buchen. Und ein paar Millionen Euro mehr oder weniger beim letztendlich erzielten Kaufpreis spielen im Gesamtkontext bei der Einschätzung des Fonds nicht die geringste Rolle. Zumal der Verkauf zwar einen Verlust von 7 cent pro Anteil induzierte – doch gerade einen Tag zuvor war im Rahmen der Abschlußbuchungen zum 30.09. der Anteilpreis noch um 8 cent aufgewertet worden. Am Ende also ein Nullsummenspiel, und viel Lärm um nichts.

Nachdem die beiden nunmehr letzten Objekte, zwei Einkaufszentren in Italien, nach indikativen Angaben im letzten Abwicklungsbericht an sich schon Mitte 2019 hätten weg sei sollen, darf man jetzt mindestens mal die Hoffnung haben, daß der Fonds bis Jahresende völlig immobilienfrei sein wird – und daß es dann bis Dezember auch noch eine ordentliche Ausschüttung geben wird. Also: Abwarten und Tee trinken. Hier kann nichts mehr anbrennen.

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