Endgültige Zahlen 2017

Rechtzeitig vor Ostern hat unser Wirtschaftsprüfer seinen Erstellungsbericht zum Jahresabschluß 2017 fertig gestellt. Die wesentlichen Zahlen in EUR lauten (Vorjahr in Klammern):

 

Aktiva:

Wertpapiere: 26.465.537 (22.863.566)

sonstige Vermögensgegenstände: 71.873 (49.944)

Guthaben bei Kreditinstituten: 161.723 (1.255)

Bilanzsumme: 26.699.134 (22.914.767)

 

Passiva:

Eigenkapital: 9.556.291 (6.978.016)

davon: Bilanzgewinn: 2.226.168 (1.226.641)

Rückstellungen: 242.448 (25.400)

Bankverbindlichkeiten: 16.746.764 (14.981.859)

übrige Verbindlichkeiten: 153.641 (929.491)

 

Gewinn- und Verlustrechnung

sonstige betriebliche Erträge: 7.332.665 (5.392.960)

Personalaufwand: 99.440 (53.087)

sonstige betriebl. Aufwendungen: 228.439 (1.194.049)

Erträge aus Beteiligungen: 710.096 (212.575)

Abschreibungen auf Finanzanlagen*: 5.020.904 (2.846.021)

Zinsaufwendungen: 312.443 (270.280)

Ergebnis vor Steuern: 2.381.532 (1.242.097)

Ertragsteueraufwand: 653.258 (491.068)

Ergebnis nach Steuern / Jahresüberschuß: 1.728.274 (751.029)

Ergebnis pro Aktie: 172,83 EUR

 * = sog. „KanAm-Effekt“, ausführlich erläutert in der Fußnote zur 2016er G+V

 

Für unsere Aktionäre bedeutet das in 2017 erwirtschaftete Ergebnis (abhängig vom Einstandskurs, der individuell leicht unterschiedlich sein kann) eine Rendite von plus/minus 20,0 % auf das uns anvertraute Kapital.

Wie schon mehrfach angekündigt beabsichtigen Aufsichtsrat und Vorstand der Hauptversammlung am 26. Juli 2018 die Zahlung einer Dividende von 75,00 EUR je Aktie vorzuschlagen.

Beileidsbekundungen an den hart arbeitenden Vorstand wegen der mickrigen Höhe seiner Vergütung (siehe oben: Personalaufwand) bitte an die bekannte Anschrift 38302 Wolfenbüttel, Salzbergstr. 2 oder per email info@CSrealwerte.de

Dumm – Dümmer – Dümmel

Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, daß wir derzeit ziemlich im Sarkasmus-Modus unterwegs sind. Rein pathologisch wird es wohl damit zu erklären sein, daß der Verfasser dieser Zeilen ebenso wie die beste Ehefrau von allen seit über zwei Wochen von der übelsten Grippe seit Menschengedenken heimgesucht ist. Und, wer verheiratet ist wird jetzt verständnisvoll mit dem Kopf nicken: Mehrere Tage hintereinander eine denkbar schlecht gelaunte Gattin zu haben ist Höchststrafe. Positives Denken ist in so einer Situation nun einmal Mangelware. Gott sei Dank hat sich die geschätzte Gattin seit vorgestern wieder normalisiert. Deshalb schreiben wir jetzt auch wieder, und zwar mit ausdrücklicher Textfreigabe durch besagte Gattin – wenn auch noch ein bißchen negativ.

Politik und Banken haben bei uns als Watschenaugust sowieso einen festen Platz. Aber wir wollen bitte auch nicht die Digitalisierungs-Euphoriker vergessen, die in der Rangfolge der schlimmsten Geißeln der Menschheit mindestens auf einer Stufe mit dem Commerzbank-Vorstand und mit Herrn Zuckerberg stehen.

Kleines Beispiel gefällig?

„Der Erfolgsfaktor für die Multichannel-Power nach dem Pitch ist die Schnelligkeit.“

Dieses Zitat entnahmen wir letztes Jahr dem altehrwürdigen „Handelsblatt“, bei dem zum Thema Digitalwirtschaft inzwischen leider auch ein paar blind fortschrittsgläubige Jungspunde die Lufthoheit im Deutungsraum übernommen haben.

Und wahrscheinlich ist es auch so, daß jeder der hier mitliest sogleich ein Leuchten im Gesicht bekommt, weil er das natürlich voll verstanden hat. Es liegt wohl wieder an der Begriffsstutzigkeit der Dummbödel vom Rübenfeld, daß sie dem hier zitierten Herrn Ralf Dümmel einfach nicht zu folgen vermögen. Jenem Herrn Dümmel, der doch selbst jedem Schulkind mit Migrationshintergrund bekannt sein dürfte als Investor aus „Die Höhle des Löwen“, einem weiteren Highlight deutschen Geistesschaffens.

Wobei: Wenn man als übel gelaunter Grippekranker schon gegen Anglizismen, Digitalisierung, Trump, Zuckerberg und das Privatfernsehen wettert, müsste man konsequenter Weise ja „Hochlicht“ sagen anstatt „Highlight“.

Muss man ja nicht verstehen

Nur colorandum causa möchten wir kurz vor dem Wochenende die bemerkenswertesten Passagen aus einem Kreditvertrag zitieren, den wir Anfang der Woche nolens volens unterschrieben haben:

 

  1. Die Bank stellt dem Kreditnehmer einen Kredit in laufender Rechnung zur Verfügung. Der Kredit wird in Höhe von 5.000.000,00 EUR zur Verfügung gestellt befristet bis zum 30.06.2018. Verwendungszweck: Erwerb von Wertpapieren.
  2. Die derzeitigen Konditionen sind: Sollzinssatz: Dreimonats-Euribor zzgl. einem festen Margenaufschlag von 1,5 % p.a. Ein negativer Referenzzinssatz wird wie Null behandelt.
  3. ….
  4. ….
  5. ….
  6. Ausschüttungen bzw. Rückzahlungen die auf dem vorgenannten Kontokorrentkonto eingehen werden zu Gunsten der Kontokorrentlinie gebucht. Eine Reduzierung erfolgt entsprechend. Wertpapierkäufe werden nicht mehr ausgeführt.

 

Wir dürfen das also noch mal kurz zusammenfassen:

Erstens: Verwendungszweck des Kredites ist der Erwerb von Wertpapieren.

Zweitens: Wertpapierkäufe werden nicht mehr ausgeführt.

 

Zum Hintergrund sollten wir erläuternd vielleicht noch ausführen: Seit dem 1.1.2018 gilt bekanntlich MIFid 2. Diese EU-Richtlinie, der Geniestreich gesetzgeberischen Könnens schlechthin, verlangt für jedes an einer Börse zu handelnde Finanzprodukt eine „Zielmarktdefinition“, also die Angabe, an welche Arten von Anlegern das Produkt vertrieben werden kann und soll.

Bekanntlich ist aus wohlüberlegten Gründen der einzige Sinn und Zweck der CS Realwerte AG, in die Anteilscheine abwickelnder Immobilienfonds zu investieren.

Bekanntlich tendiert der Mensch ganz allgemein dazu, dumm und faul zu sein. Mindestens einmal für viele Mitarbeiter von Kapitalverwaltungsgesellschaften scheint das auch zuzutreffen. Jedenfalls sind besagte Mitarbeiter zur Jahreswende auf die glorreiche Idee gekommen, daß man sich ja einiges an Arbeit sparen könne, wenn man für abwickelnde Immobilienfonds einfach gar keine Zielmarktdefinition hinterlegt. Die Produkte werden ja sowieso nicht mehr vertrieben, damit kann man nicht mehr groß Geld verdienen, und daß man damit ehedem heiß umworbenen Fonds-Investoren noch mal so richtig vor den Koffer scheißt spielt ja eigentlich auch keine Rolex. Jedenfalls für die Finanzbranche im allgemeinen und die Commerzbank im besonderen nicht, die – in krassem Gegensatz zu dem, was sie uns mit ihrer peinlichen Werbung von der „Bank an Ihrer Seite“ weiss machen will – ganz offenkundig ihre ganz eigenen Vorstellungen von Moral und Anstand hat.

Nun hat die fehlende Zielmarktdefinition bei abwickelnden Immobilienfonds zur Folge: Ganz egal welche Risikoklasse wir als Anleger haben (und, liebe Leute, das dürfen Sie uns glauben: wir haben die höchste die man sich nur vorstellen kann) – rein technisch kann der Bank-Computer die Kompatibiliät unserer Risikoklasse zu besagtem Anlageprodukt (abwickelnde Immobilienfonds) nicht überprüfen, wenn für das Anlageprodukt gar keine Zielmarktdefinition im System hinterlegt ist. Und wenn der Computer das nicht abgleichen kann, dann wird ein Kaufauftrag schlicht und ergreifend nicht mehr durchgeroutet.

Gott sei Dank besitzen zwei von den vier Banken, mit denen wir zusammenarbeiten, noch so viel gesunden Menschenverstand, daß sich für das Problem eine Lösung finden ließ. Nur der liebe Vorstand Herr U. von der Bank, aus deren Vertrag wir eingangs zitierten, der wollte eben einfach keine Lösung. Mit der Folge einer kreditvertraglichen Formulierung, die allseits nur Erheiterung auslösen könnte, wenn es nicht so traurig wäre.

Und damit sich der arme Herr U. jetzt nicht so ganz allein mit Mist beworfen fühlen muß, zitieren wir zum Abschluß gern auch noch mal aus der Selbstdarstellung der Commerzbank, die die Investoren bei abwickelnden Immobilienfonds verarscht wie man nur gerade Leute verarschen kann:

„Im Umgang mit diesen Kunden und allen Geschäftspartnern bilden Fairness und Kompetenz unsere Leitwerte. Mit einer kundenorientierten, nachhaltigen Geschäftspolitik zielen wir auf größtmögliche Kundenzufriedenheit. Dafür haben wir Produkte, Beratung und Dienstleistungen auf unsere Ansprüche an Fairness und Kompetenz sowie an Verantwortung und Nachhaltigkeit geprüft und ausgerichtet. Transparenz und Nachvollziehbarkeit bei Produkten und Dienstleistungen sind dabei ebenso wichtig wie Respekt, Wertschätzung und Verantwortung im Umgang miteinander.“

Hilfe, liebe Leute, ich kriege keine Luft mehr. Ich habe mich eben beinahe tot gelacht …

Automatiktürbeweger

An sich ist dies ja eine Seite, wo interessierte Mitleser etwas über abwickelnde Immobilienfonds erfahren. Also im weitesten Sinne doch schon etwas über Gebäude. Leider, warum auch immer es so ist, ist aber bei den abwickelnden Immobilienfonds momentan totale Nachrichtenflaute. Einfach nichts Neues, was wir Ihnen erzählen könnten. Aber irgendetwas müssen wir Ihnen ja erzählen.

Also kommen wir mal ganz allgemein auf Gebäude zu sprechen. Genauer gesagt: Auf die Frage, welche Jobs so ein Gebäude bietet. Mit wem und warum wir uns neulich darüber unterhalten haben, erinnern wir schon gar nicht mehr genau – es war wohl vor knapp zwei Wochen bei einem Empfang des Bankhauses Seeliger, wo wir dem ehemaligen Unions-Abgeordneten Wolfgang Bosbach lauschen durften. Ein sehr unterhaltsamer Mann übrigens.

Es soll Menschen geben, die dieses für den eigentlichen Sinn eines Empfangs in einer Bank halten: Hinterher gab es Häppchen und schön zu trinken. Zu diesen Menschen zählen wir natürlich nicht. Wir schätzen viel mehr die guten Gespräche, die sich am Rande so einer Veranstaltung entwickeln. So kamen wir also, bei Häppchen und einem winzigen Schluck Rotwein, in’s Gespräch mit jemandem, der im weitesten Sinne auch mit Gebäuden zu tun hat. Irgendwie kam unser Gespräch dann auf sinnvolle und nicht so sinnvolle Arbeitsplätze.

Wir erinnern auch gar nicht mehr, von was für einem vielleicht nicht so sinnvollen Arbeitsplatz wir unserem Gegenüber am Stehtisch erzählten. Besagtes Gegenüber aber lächelte nur milde, und entgegnete: Das sei ja noch gar nichts. Er habe einen Freund, der sei Automatiktürbeweger am Flughafen BER.

Wie bitte? Ja, diesen Job gibt es tatsächlich. Denn der Flughafen ist ja weitgehend fertig, und die schon längst eingebauten Automatiktüren würden irgendwann kaputt gehen, wenn sie nicht regelmäßig bewegt würden. Also läuft der Automatiktürbeweger jeden Tag nach einem festgelegten Laufplan durch den Flughafen BER und sorgt dafür, dass alle Automatiktüren mindestens einmal am Tag auf und zu gehen.

Ja, liebe Leute: Auch wenn man das der hauptstädtischen Politik im ersten Moment gar nicht so zugetraut hätte – was die Schaffung neuer Arbeitsplätze angeht sind die so was von kreativ, da kommt unsereins Dummbödel auf dem Rübenfeld aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.

„Einen Versuch war es wert“

Jedes Mal, wenn wir auf ein abgelaufenes Jahr zurückblicken, stellen wir fest: Es ist alles doch wieder ganz anders gekommen als wir gedacht haben. Und jedes Mal, wenn wir versuchen, für die Zukunft so etwas wie Pläne zu entwickeln, beschleicht uns das ungute Gefühl: Alles, was wir uns da so großartig ausdenken, ist am Ende wieder nur für die Tonne. Am Ende kommt doch wieder alles ganz anders als gedacht. Das einzige, was wir sinnvoll tun können, ist: Jederzeit wirklich schnell und wirklich gut auf neue Entwicklungen zu reagieren, derer wir gewahr werden.

„Konzernentwicklung war immer ein Thema in der Bank. Die Weiterentwicklung der Bank sowie das Erkennen neuer Trends waren implizit im Leistungskanon der Unternehmensleitung integriert. Strategie war und ist im Grunde ein unkoordinierter, zum Teil intuitiver fortlaufender Prozess. Strategie entzog sich der institutionalisierten und permanenten Bearbeitung und Kontrolle. Fast 150 Jahre Entwicklung zeigen – mit Höhen und Tiefen – dass es auch ohne geht.“

Das hat nicht irgendwer gesagt. Aber schöner hätten wir es nun wirklich kaum selbst sagen können. Das über 20 Jahre alte Zitat stammt von Hans-Peter Ferslev, damals überall geachteter Chef der von Alfred Herrhausen höchst persönlich so titulierten „Abteilung für Konzernentwicklung“ der Deutschen Bank, der früheren Beteiligungsabteilung.

„Versuche, den Strategieprozess zu ordnen, hat es gegeben. Zu einem Durchbruch kam es nicht. Und auch der AfK wurde, was diese Aufgabe betraf, ein ähnliches Schicksal vorausgesagt. Einen Versuch war es wert.“

Wir sind direkt erleichtert. Denn spätestens seit Erscheinen des Mannes mit der Eichhörnchenfrisur scheint endgültig klar, daß sich die voraussichtliche Entwicklung dieser Welt ganz bestimmt sowieso nicht in einem planvollen Prozess ordnen lässt. Deshalb werden wir solch untaugliche Versuche in Zukunft gleich ganz unterlassen. Sorry, liebe Banken: Ab sofort gibt es von uns keine Prognosen mehr, ab wann und in welchem Tempo Ihr mit Kreditrückzahlungen rechnen könnt. Lasst Euch einfach mal überraschen.

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