SEB ImmoPortfolio Target Return: 2,50 EUR

Der Fonds spielt für uns keine große Rolle, wir haben nur ganz wenige Anteile. Nur daß Sie es mal gehört haben: Am 1. April werden hier 2,50 EUR/Anteil ausgeschüttet.

Spielen wie Flasche leer

Eben hatten wir über die bevorstehende Ausschüttung des AXA Immoselect berichtet. Bei den 2,3 Millionen Anteilen, die wir im Depot der Volksbank Wolfenbüttel liegen haben, passiert dann etwas Denkwürdiges: Diese Anteile stehen mit Anschaffungskosten von lediglich noch 0,2665 EUR/Anteil zu Buche. Nach der Ausschüttung von 0,26 EUR geht bei uns der Buchwert des Postens gegen Null. Der Nettoinventarwert (Rücknahmewert) des AXA Immoselect beträgt aber auch nach der Ausschüttung noch 0,38 EUR/Anteil. Daraus gibt es im Halbjahresrhytmus weitere Kapitalrückzahlungen. Die gehen später als Kursgewinne direkt in unsere Gewinn- und Verlustrechnung – bei unseren insgesamt knapp 3 Millionen Anteilen ist das allein beim AXA Immoselect mehr als eine Million EUR.

Über kurz oder lang wird eine solche Situation bei allen unseren Fonds eintreten. Genau das (die bei uns irgendwann sämtlich als Kursgewinne zu buchenden fortlaufenden Ausschüttungen) ist auch der Grund, warum wir unseren Aktionären – zunächst ja zur Überraschung des unbefangenen Betrachters – noch für eine ganze Reihe von Jahren üppige Dividenden als gesichert in Aussicht stellen können. Für uns wird die Party, so wie es heute aussieht, wohl erst in fünf oder sechs Jahren langsam zu Ende gehen.

Bis dahin werden wir ein Portfolio mit immer noch satt siebenstelligem Kurswert haben, das in unseren Büchern nur noch mit einem Erinnerungswert bilanziert ist. Wir spielen in wenigen Jahren folglich nur noch mit ganz leeren Flaschen – beruhigender Weise könnte uns dann sogar ein (wenngleich ohnehin höchst unwahrscheinlicher) Totalverlust eines einzelnen Fonds völlig am Arsch vorbeigehen: Wo in den Büchern nichts mehr steht, da kann man auch nichts mehr abschreiben.

Auch auf einen weiteren ungewöhnlichen Aspekt weisen wir bei der Gelegenheit hin: Wenn auf der Aktivseite nur noch Erinnerungsposten von je 1 EUR stehen, dann ist es zwangsläufige Bilanzmechanik, daß es auch keine Passivseite mehr braucht. Will heißen: In der Schlußphase werden wir aus den uns immer noch zufließenden Restausschüttungen der Fonds weiter fröhlich Dividende zahlen können, obwohl wir unsere Bankschulden längst zurückgezahlt und das Eigenkapital komplett an unsere Aktionäre ausgekehrt haben.

Als wir vor gut vier Jahren unsere Idee zu propagieren begannen, da schrieben wir in unserer Informationsbroschüre: „Das Geld liegt hier auf der Straße. Man muß sich nur bücken und es aufheben.“ Das gilt auch heute noch mehr denn je.

Klingt nicht so viel, aber …

Ende 2018 hatte der AXA Immoselect seine Anleger wissen lassen, daß man den Ausschüttungsrhytmus auf März/September umstellt. Diesen Monat mußte da also was kommen. Seit heute wissen wir auch, wie viel: 26 cent pro Anteil am 21. März. Das klingt nicht so überwältigend, aber erstens ist es mehr als wir erwartet hatten, und zweitens bei einem restlichen Nettoinventarwert von nur noch 0,64 EUR pro Anteil dann doch eben mal 40 % des restlichen Fondsvermögens. Bei gut 48 Millionen umlaufender Anteile bringt dieser ehedem über 2 Milliarden EUR schwere Fonds anschließend nur noch 18,3 Mio. EUR auf die Waage. In der Astrophysik wäre der dem entsprechende Begriff wohl „Weißer Zwerg“, oder so ähnlich.

Der gelbe Mittelbauch

Der gelbe Mittelbauch in der gerade veröffentlichten Studie von Savills Research über die Transaktionsvolumina des europäischen Gewerbeimmobilienmarktes – dieser gelbe Mittelbauch ist Deutschland.

Im neuen Super-Zyklus nach der letzten Finanzkrise legten die Transaktionsvolumina in Europa einen steilen Anstieg hin, bis auf den Rekordwert von über 250 Mrd. EUR im Jahr 2015. Danach verharrten sie, in 2019 wahrscheinlich nun das sechste Jahr in Folge, über der 200-Mrd.-EUR-Marke.

Auffällig dabei ist, daß Großbritannien seine Führungsrolle eingebüßt hat. In den ersten Jahren lagen die britischen Transaktionsvolumina jedes Jahr um Längen vor den deutschen. Heute sind sie nur noch knapp gleichauf. Deutschland ist der neue Top-Markt in Europa.

Um die „Inselaffen“ bereinigt, die das Ausnahmejahr 2015 extrem gepusht hatten, lässt sich aus der Savills-Statistik sogar ablesen (alles bis einschließlich lila/blau): Bis 2018 sind die kontinentaleuropäischen Transaktionsvolumina noch ständig weiter angestiegen, und erst für 2019 ist mit Stagnation auf einem Niveau zu rechnen, das wir zuvor noch nie in der Geschichte hatten.

Es sieht im Moment noch nicht danach aus, daß der gegenwärtige Super-Zyklus an Kraft verliert. Dennoch darf man nie aus den Augen verlieren, daß irgendwann jeder Zyklus zu Ende geht. Uns kann das aber egal sein, betrachten Sie dazu nur noch einmal die Statistik in unserem Beitrag „10 kleine Häuserlein“ vom 6. März. Wenn die Party zu Ende geht, werden wir mit unserem speziellen Geschäftsmodell längst bequem im Taxi nach Hause sitzen.

 

Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln

Heute erfahren wir, daß der französische Immobilien-Gigant Amundi Real Estate den PwC Tower in Rotterdam an ein in London angesiedeltes Family Office verkauft hat. Das angabegemäß 18.500 m2 (nach unseren alten Unterlagen: 19.900 m2) große Bürohochhaus Baujahr 2005 wurde, wie aus den holländischen Katasterunterlagen regelmäßig für jedermann einsehbar, für 38 Mio. EUR durchgereicht.

Gekauft hatte Amundi den PwC Tower Mitte 2016 vom KanAm grundinvest als Teil eines großen, fünf Objekte umfassenden holländisch-luxemburgisch-französischen Pakets. Damals hatte der PwC Tower beim KanAm mit 39,6 Mio. EUR in den Büchern gestanden. Die Erde dreht sich halt immer weiter.

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