Ich glaub‘ es geht schon wieder los …

13 Jahre ist es jetzt her daß in der letzten Finanz- und Immobilienkrise Offene Immobilienfonds mit einem Anlagevolumen von rd. 25 Mrd. Euro in die Abwicklung gingen. Mit am Ende, wie wir heute wissen, sehr gemischten Resultaten. „Gute“ Fonds wie der KanAm grundinvest konnten das Anlegervermögen am Ende fast vollständig realisieren (von 10-20 Jahren Zinsverlust für das gebundene Kapital reden wir dabei lieber nicht). Andere, wie ein TWM Immobilien Weltfonds oder ein AXA Immoselect, schafften es mühelos, über die Hälfte des ihnen anvertraut gewesenen Geldes im Zuge der Fondsauflösung durch den Schornstein zu jagen.

Heute früh liest der Verfasser dieser Zeilen im Handelsblatt, daß mit dem WERTGRUND WohnSelect D wieder mal ein Fonds die Rücknahme seiner Anteilscheine ausgesetzt hat. Auch wenn die verehrte Leserschaft diesen Fonds in unseren monatlichen Statistiken ab Januar 2026 aufgeführt finden wird: Wir haben bis auf weiteres nicht die Absicht, uns hier zu engagieren. Während alle anderen unserer (inzwischen, abgesehen vom Leading Cities Invest, längst immobilienfreien) Fonds im Gewerbeimmobilienbereich engagiert waren, hätte es jetzt natürlich reizen können, sich auch mal bei ganz anderen Marktgesetzen folgenden Wohnimmobilien zu engagieren.

Aber ein Blick auf die Fondskennzahlen führt schnell zu Ernüchterung. Die Immobilien sind im Schnitt immer noch mit dem fast 25-fachen der Jahreskaltmieten bewertet. Von den Brutto-Mieteinnahmen gehen rd. 30 % für die Bewirtschaftung drauf, weitere fast 30 % für die Verwaltung des Fonds. Da man mit knapp 30 % Fremdkapital arbeitet kostet das auch noch zusätzlich Zinsen. Der echte Ertrag, der für die Anleger am Ende übrig bleibt, ist lächerlich wenig. Bei ansonsten schon anderen Gesamtumständen zeigt sich auch hier eine Problematik, wie wir sie letztes Jahr bereits beim INTER ImmoProfil erkennen konnten: Fonds mit derartigen Kostenstrukturen funktionieren nur, so lange man ausschüttbare Erträge durch ständige Höherbewertungen der Immobilienbestände generieren kann. In Phasen wie diesen allerdings beginnt der kritische Beobachter bald zu erkennen: Sehr viel heiße Luft in dieser Tüte …

Den Gedanken, hier bei unserem Geschäftsmodell einfach noch mal eine kleine Schippe nachzulegen, hat der Verfasser dieser Zeilen deshalb sehr schnell wieder verworfen. Im Grundsatz werden wir (abgesehen vom Sonderfall Leading Cities Invest) auch weiter nur noch im Abwicklungsmodus bleiben – und uns einfach nur darüber freuen, daß wir mit unserem Geschäftsmodell inzwischen bereits ein Mehrfaches von dem verdient haben was wir je zu träumen wagten.

„Wenn es der Kuh zu wohl ist geht sie auf’s Eis tanzen“, sagt ein altes deutsches Sprichwort. Es ist glaube ich ganz sinnvoll, sich die Lebensweisheiten unserer Altvorderungen ab und zu in’s Gedächtnis zu rufen.

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