INTER ImmoProfil: Klappe zu, Affe tot.

Wenn man über den INTER ImmoProfil und seinen Initiator, die BNP Paribas, wenigstens etwas positives sagen kann, dann dies: Wenn ein Bericht fertig ist, dann wird er auch gleich veröffentlicht. Anders als z.B. bei der Commerzbank, die die Veröffentlichung längst fertiger Berichte grundsätzlich und um uns Anlegern noch mal richtig den Stinkefinger zu zeigen erst 5 Minuten vor Mitternacht am letzten überhaupt noch zulässigen Tag der dafür vorgesehenen 3-Monats-Frist vornimmt.

Nach den gesetzlichen Vorgaben war der 30.09.2025 die Frist, nach deren Ablauf das Fondsvermögen des INTER ImmoProfil zur weiteren Abwicklung auf die Verwahrstelle (früher: Depotbank) übergehen sollte. Daß der Fonds bis dahin mit seiner Abwicklung, vor allem dem Verkauf der vier übrig gebliebenen Objekte, recht weit vorangekommen sein musste, konnte man schon daraus schließen, daß bereits Mitte November eine für den 15.12. geplante Ausschüttung von 18,50 EUR/Anteil bekannt wurde. Musste man da aber noch Kaffeesatzleserei betreiben, welche Objekte denn nun bereits verkauft worden sein könnten, schafft der vor wenigen Tagen veröffentlichte Auflösungsbericht per 30.09.2025 nunmehr Klarheit: Alle. Wobei für das letzte, das Hotel in Essen, der notarielle Kaufvertrag tatsächlich auch erst am 30.09. abgeschlossen wurde.

Damit reiht sich der Fonds ein in die übrigen abwickelnden Fonds, bei denen das Restvermögen im Grundsatz nur noch aus Bankguthaben besteht, mit deren Auskehrung die Anleger in einer mehrjährigen Prozedur peu-á-peu rechnen können. Durch Veräußerungsverluste zu Stande kommende weitere Rückgänge des Rücknahmewertes (net asset value) pro Anteil sind dagegen jetzt nicht mehr zu befürchten, die Reste-Rampe ist leer.

Ansonsten kann der Abgesang denkbar kurz ausfallen: Ohne die Verkaufsvorgänge der letzten Monate noch einzeln kommentieren zu müssen reicht ein Blick auf die Wertentwicklung des Fonds. Seit dem Beginn des Auflösungsprozesses war die Wertentwicklung in den letzten drei Jahren mit 30,5 % negativ, wovon allein 24,5 % auf das Konto des letzten Berichtsjahres gingen, also die beim Verkauf der Restimmobilien massiv eingetretenen Verluste. Damit sticht der INTER ImmoProfil und sein Initiator BNP Paribas weder besonders positiv noch besonders negativ hervor. Es gab auch Fonds wie den TMW Immobilien Weltfonds, bei dessen Auflösung mehr als 50 % des angeblichen Fondsvermögens durch den Schornstein gingen, aber genau so auch Fonds wie den KanAm grundinvest, bei dem es am Ende sogar noch für ein hauchdünnes Plus reichte.

Der INTER ImmoProfil ist dagegen wie fast alle anderen vor ihm in die gleiche Situtation geratenen offenen Immobilienfonds ein gutes Beispiel für die Feststellung: Wenn es hart auf hart kommt sind die von hochmögenden Gutachtern zusammengewürfelten sogenannten Verkehrswerte der Fondsimmobilien nichts weiter als reines Wunschdenken.

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