In trockenen Tüchern

Auf Grund der Aussagen der abwickelnden Fonds zum Zeitrahmen ihrer eigenen Liquidation können wir inzwischen eine einigermaßen verlässliche mittelfristige Finanzplanung machen. Sie reicht momentan bis zum I. Quartal 2025 – dem Zeitpunkt, wo nach unserer Planung sämtliche Bankkredite zurückgezahlt sein werden.

Höhe und Fristigkeit unseres Kreditbedarfs konnten wir für die kommenden knapp vier Jahre damit nach etlichen Jahren „Geschäftsprinzip: Sichtflug im Nebel“ zum ersten Mal recht verlässlich beziffern. Folglich war uns jetzt daran gelegen, für unsere Finanzierungen ein Zinsänderungsrisiko weitgehend auszuschließen – gerade dem gelernten Finanzhistoriker war nämlich nicht wirklich wohl bei dem Gedanken, hier fast vier Jahre lang eine offene Flanke zu haben.

Entsprechende Gespräche mit unseren Banken konnten wir in der Zwischenzeit erfolgreich abschließen. Mit unserem größten Kreditgeber, der Volksbank Wolfenbüttel, haben wir soeben neue Verträge unterschrieben mit für die Laufzeit der einzelnen Tranchen jeweils festen Zinsen und einer Endfälligkeit im März 2025. Bereits zu Wochenbeginn war der neue Vertrag mit der HypoVereinsbank unterzeichnet worden, wo das Zinsänderungsrisiko mittels eines ebenfalls bis März 2025 laufenden Zinsswaps abgesichert wird. Bei dem dritten uns finanzierenden Institut, der Deutschen Bank, haben wir eine Kreditzusage „bis auf weiteres“ mit variablen Zinsen sowie das grundsätzliche gegenseitige Verständnis, daß sich das Engagement im Gleichschritt mit den Engagements der beiden anderen Institute entwickeln wird.

Kurzfristig, d.h. in den nächsten 6-12 Monaten halten wir ein Anziehen der Zügel durch die Notenbanken noch für nach menschenmöglichem Ermessen ausgeschlossen. Auf Sicht Ultimo 2022 aber, wo die Streubreite möglicher Szenarien deutlich weitere Winkel erreicht, sind mit den jetzt geschlossenen Vereinbarungen Zinsänderungsrisiken für knapp 70 % unserer Kreditvolumina beseitigt. Damit können wir, und wohl auch unsere Aktionäre, gut schlafen.

„Deutsche Wohnen & Co. enteignen“

 

 

Nun ist es amtlich: Parallel zur Wahl zum Abgeordnetenhaus dürfen die Berliner*innen am 26.9. über das Volksbegehren entscheiden, Wohnungsbaugesellschaften mit einem Bestand von mehr als 3.000 Wohnungen zu enteignen. Anscheinend soll die gute alte Kommunale Wohnungsverwaltung (KWV) nach dem Willen von im Gestern stehen gebliebenen linken Spinnern fröhliche Urständ feiern.

Vor wenigen Tagen war der Verfasser dieser Zeilen mit der besten Ehefrau von allen wieder mal in Berlin. Beide kennen die Stadt und auch ihren Ostteil wie ihre Westentasche: Sie als im Prenzlauer Berg gebürtig und aufgewachsen, er als Inhaber eines Dauervisums für die DDR, das ihm unbegrenzt und ohne Mindestumtausch oder Meldepflicht bei der Volkspolizei über jeden beliebigen Grenzübergang die jederzeitige Einreise in den Arbeiter- und Bauernstaat erlaubte. So etwas gehörte zu den Privilegien, die ein Mitarbeiter einer Westfirma beanspruchen konnte, wenn seine Firma als Aussteller auf der Leipziger Messe das internationale Ansehen der DDR aufwertete.

Wer den Wandel dieser Stadt in den letzten drei Jahrzehnten hautnah miterlebt, der kommt bei jedem Besuch auf’s Neue nicht aus dem Staunen heraus. Niemand wird bestreiten, dass das Agieren großer Wohnungskonzerne für den einen oder anderen Mieter nicht immer von Vorteil ist. Aber das kann, wenn man schon vor 30-40 Jahren durch Ost-Berlin gelaufen ist, denknotwendig nicht so schlimm sein wie das, was sozialistische Wohnungsbaupolitik mit der Kommunalen Wohnungsverwaltung dieser Stadt und den im Ostteil lebenden Menschen über 40 Jahre lang angetan hat. Nur schade, daß die Menschen sich nicht erinnern (wollen). Weil das menschliche Gehirn aus reinem Überlebenstrieb nun einmal darauf geeicht ist, Negatives ganz schnell zu vergessen.

Als Leiter der Finanzabteilung eines großen Maschinen- und Anlagenbauunternehmens mit 95 % Exportanteil wusste der Verfasser dieser Zeilen in den 1980er Jahren als einer von nur vier Bevollmächtigten von einem speziellen Bankkonto, von dem bezahlt wurde, was man damals gemeinhin als NA bezeichnete: Nützliche Abgaben. Damals waren solche Zahlungen auch noch ganz legal als unvermeidliche Betriebsausgaben steuerlich absetzbar. Denn damals war in jedem Land der Erde sonnenklar, dass es manche Aufträge eben nur nach dem Motto gab: Ohne Moos nix los. In fast jedem Land der Erde jedenfalls, mit einer einzigen Ausnahme: Wer in der DDR der Bestechlichkeit überführt wurde, der riskierte damit, den winzigen Rest seines Lebens um ca. 20 cm kürzer zu verbringen. Wobei die Beine immer noch genau so lang waren wie vorher.

In jedem anderen Land dieser Erde aber, selbstverständlich auch in jedem sozialistischen Land außer der DDR, war die Forderung nach Bakschisch ebenso so selbstverständlich wie das Saufgelage anlässlich der Vertragsunterzeichnung. Wobei man bitte nicht das plumpe Wort „Bestechung“ benutzen sollte für das, was sich die herrschende Klasse vor allem in sozialistischen Ländern alles Feines ausgedacht hatte. In Libyen beispielsweise war es so: Die Unterzeichnung eines Liefervertrages für, sagen wir mal, eine Getreidemühle wurde üblicher Weise im Staatsfernsehen übertragen. So ein Fernsehbeitrag filmt sich ja nun mal nicht von alleine. Er musste produziert werden. Und es war sicher nur reiner Zufall, dass a) die Filmproduktionsfirma einem Sohn von Oberst Gaddafi gehörte, daß b) die Filmproduktionskosten immer genau 5 % der Liefervertragssumme betrugen und c) besagte in Tripolis domizilierende Filmproduktionsfirma der Familie Gaddafi ihr Geschäftskonto nicht etwa bei einer lokalen libyschen Bank unterhielt, sondern praktischer Weise beim Schweizerischen Bankverein in Zürich.

Das mal als kleine Botschaft an die Berliner Volksbegehrler*innen, die da bis heute den Rattenfängern und Verkündern von Sonntagsreden mit pseudosozialistischem Inhalt hinterherlaufen. Nicht umsonst hatte schon im Dritten Reich Volkes Stimme die offizielle Losung „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“ verballhornt zu „Mein Nutz geht vor Dein Nutz“. Wasser predigen und Wein saufen: Schauen Sie sich im Internet Spaßes halber mal Bilder der bescheidenen, von Oskar Lafontaine und seiner Frau Sarah Wagenknecht bewohnten Datsche an.

Nach dem vorher Gesagten zum Thema Bestechung in der DDR wird es den geneigten Leser wenig erstaunen, daß es den Verfasser dieser Zeilen Anfang 1989 echt aus den Puschen haute: Einige Zeit zuvor hatte er sich im Münzkabinett des Berliner Bode-Museums in die heutige beste Ehefrau von allen verliebt, wo dieselbe die Sammlung Geldscheine und Wertpapiere betreute. Das Ost-Berliner Bode-Museum war damals übrigens pikanter Weise in ganz Deutschland das einzige Museum von Rang, das kapitalistische historische Aktien-Urkunden für sammelwürdig hielt …

Wochenendehe in von einigen lieben Freunden liebenswürdiger Weise jeweils für ein paar Tage überlassenen wechselnden Wohnungen in Ost-Berlin war zwar erst einmal durchaus prickelnd, aber auf Dauer halt doch nicht so der Hit für diese überaus unbotmäßige Ost-West-Liaison. Eine eigene Wohnung für die gerade frisch geschiedene Liebste wäre schon fein, aber wie kommt man ausgerechnet in der DDR ohne ewiges Warten an eine ran?

Mit dem Wissen, daß in der DDR als einzigem Land der Erde Bestechung nicht fuktionierte, runzelte der Verfasser dieser Zeilen also erst einmal kräftig die Stirn angesichts des Vorschlages eines guten Freundes: 500 Mark West, und das mit der Wohnung könne er klar machen. Er habe einen zielführenden Kontakt bei der Kommunalen Wohnungsverwaltung. Ob Sie’s glauben oder nicht: Eine Woche darauf zog die spätere beste Ehefrau von allen mit ihren beiden süßen Töchtern in eine schmucke Q3A-Genossenschaftswohnung in Berlin-Johannisthal. Wer von unseren geschätzten Leser*innen einen DDR-Hintergrund hat, weiß, was eine Q3A-Wohnung ist. Die anderen müssen das halt mal googeln …

Der Verfasser dieser Zeilen hält es mindestens für fraglich, daß man heutzutage Mitarbeiter der Deutsche Wohnen AG bestechen muß, um in Berlin an eine Wohnung aus deren Bestand zu kommen. Aber die Befürworter der Initiative „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“ vertreten aus ideologischen Gründen wohl kurzsichtiger Weise die Ansicht: Lieber gar keine Wohnung oder mindestens jahrelang auf eine warten, als gleich und sofort eine vom Privateigentümer.

Albert Einstein wird das Zitat zugeschrieben: „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“ Er hat, wie immer, zeitlos Recht.

Übrigens: Die gleichen roten Socken (generisch feminin, deshalb ohne Gendersternchen), die heute in Berlin „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“ fordern, hatten noch in den Jahren 2002 bis 2008 einen dreistelligen Millionenbetrag an Bundesmitteln verballert für den „Rückbau“ zigtausender Wohnungen, die angeblich nicht mehr benötigt wurden. Auch die Eltern der besten Ehefrau von allen mussten damals auf ihre alten Tage noch einmal umziehen. Nicht, weil sie unbedingt noch mal eine neue Wohnung haben wollten. Sondern weil nach dem Willen des Berliner Senats ihre „Platte“ in Marzahn schlicht und ergreifend abgerissen werden sollte. Krokodilstränen vergiessen und dieses saudämliche Enteignungs-Bürgerbegehren starten, weil die erst vor wenigen Jahren von den gleichen Leuten abgerissenen Wohnungen heute fehlen: Das ist nun wirklich eine unfassbare Heuchelei.

Aber wie heisst es so schön: Niemand ist unnnütz. Er kann immer noch als schlechtes Beispiel dienen. Das passt auf die Post-SED, die heutige Linke, im Lichte ihrer ihr wahres Gesicht zeigenden Vorstellungen zur Berliner Wohnungspolitik wirklich ganz perfekt. Möge man sich als Berliner*in bei der Wahl am 26.9. hoffentlich daran erinnern …

Nepper, Schlepper, Bauernfänger

Einer unserer Aktionäre informiert uns soeben, dass ihm über seine Depotbank das Angebot der in Hamburg ansässigen Metafina GmbH übermittelt wurde, bis zu 2.000 Aktien unserer Gesellschaft zum Stückpreis von 3,25 EUR zu erwerben.

Die in dieser Beziehung leider unerträglich dummen gesetzlichen Vorschriften verpflichten alle Depotbanken, solche im Bundesanzeiger praktisch für umme veröffentlichten freiwilligen Kaufangebote ungeprüft an ihre Depotkunden weiterzuleiten – Kosten dabei auch noch zu Lasten des Aktionärs, der von solchen Bauernfängern eigentlich gar nichts hören möchte. Es ist frech, dreist – aber leider nicht illegal.

Aus gegebenem Anlaß weisen wir unsere Aktionäre wieder einmal darauf hin, daß der monatlich auf unserer Internet-Seite veröffentlichte innere Wert unserer Aktien per 30.06.2021 bei 787,81 EUR liegt und dass unsere Großaktionärin CS-Realwerte-Aktien jederzeit zu diesem Preis (abzüglich einer Handling-Gebühr von 4,5 %) erwirbt.

Die Metafina GmbH mit einem uns unbekanten Andreas Eckert als Geschäftsführer ist nach eigenen Angaben auf ihrer Internet-Seite seit 2019 als „Finanzdienstleistungsinstitut mit der Erlaubnis zum Eigenhandel gemäß § 1 Abs. 1 a S. 2 Nr. 4 KWG“ tätig.

Auf ihrer Internet-Seite berühmt sie sich: „Aktien verkaufen: schnell, unkompliziert und sicher.“ – „Wir machen ein gutes Angebot.“ Lieber Herr Eckert, unsere Großaktionärin würde jedem Aktionär aktuell 752 EUR für eine CS-Realwerte-Aktie zahlen. Wenn Sie im Lichte dessen 3,25 EUR als „ein gutes Angebot“ bezeichnen, dann sollten Sie öffentliche Angebote wir das jüngste für die Aktien der CS Realwerte AG doch besser nur am 1. April veröffentlichen.

Tröstlich ist immerhin, was besagter Herr Eckert im erst verspätet am 03.03.2021 im Bundesabzeiger veröffentlichten Jahresabschluß 2019 der Metafina GmbH verlautbart: „Das Geschäftsjahr 2019 entsprach insgesamt nicht den Erwartungen der Geschäftsführung. Es konnte kein positives Geschäftsergebnis erzielt werden.“ Möge es möglichst lange so bleiben …

Besser als nix

Das Internet-Forum Xobor OIFONDS ist seit Jahren eine wichtige Informationsquelle für uns. Egal wo und was bei einem der abwickelnden Immobilienfonds passiert: Irgendein Forums-Mitglied bekommt es ganz schnell mit und teilt sein Wissen im Forum.

Und manchmal sind die Postings so prägnant, dass der Verfasser dieser Zeilen bei der Weiterverbreitung der Information gar nicht nach eigenen Formulierungen suchen mag, sondern (wie heute im Fall einer Ausschüttungs-Ankündigung der Commerzbank für den DEGI Europa) einfach wörtlich den Beitrag im Internet-Forum zitiert:

„Besser als nix!“ sagte Fred Freischwimmer und sprang in die Jauchegrube.

Anders ausgedrückt: 0,04 € Ausschüttung per 27.07.2021

Sind zwar nur „peanuts“, aber bei gut 1 Mio. Stück von uns gehaltener DEGI-Europa-Anteile macht es trotzdem 40 Riesen aus.

Ein Telefonat mit der Kreisverwaldung

Am 02.06.2021 hatte sich der Verfasser dieser Zeilen an dieser Stelle ein bißchen ausgelassen über die Unterschutzstellung eines angeblichen Biotops auf unserem Betriebsgrundstück namens „Galeriewald an der Wabe“.

Alle Bemühungen, von der Kreisverwaldung nähere Aufklärung zu erlangen, waren bisher fehlgeschlagen. Deshalb wandte sich der Verfasser dieser Zeilen gestern noch einmal per email an den Entdecker besagten Biotops mit folgender konkreten Frage:

„Wenn Sie einen „Galeriewald an der Wabe“ unter Schutz stellen: Kann oder muss man dann davon ausgehen, dass besagter Wald (der nach Ihren Angaben „partiell frei von Bäumen“ ist, was Sie einem verzweifelten Semantiker vielleicht auch noch einmal erklären müssten) idealer Weise tatsächlich an einem Fließgewässer namens „Wabe“ liegen sollte? Oder dürfte ein von Ihnen nach § 30 BNatSchG unter Schutz gestellter „Galeriewald an der Wabe“ bei ordnungsgemäßer Interpretation gesetzlicher Bestimmungen auch an jedem anderen niedersächsischen Fließgewässer liegen, sagen wir mal an der Weser, der Ems oder an der Hunte?“

Heute vormittag dann also ein leicht beleidigter Anruf eines Herrn von der Kreisverwaldung. Der Inhalt des Gesprächs lässt sich in etwa so wiedergeben:

„Sie haben wegen der Sache nochmal angefragt. Was wollen Sie da denn eigentlich jetzt noch wissen?“

„Genau das was ich in meiner email doch sehr präzise gefragt habe.“

„Sie haben von uns doch schon zwei Briefe gekriegt.“

„Ich habe nur einen Brief gekriegt, nämlich den vom 12.05.2021, wo mir das angebliche Vorhandensein eines Biotops auf unserem Betriebsgrundstück mitgeteilt wird.“

„Ja, ja, das ist bei hunderten von Empfängern schief gelaufen. Wir haben dann noch einen zweiten Brief geschickt und mitgeteilt, dass es sich um eine Computerpanne handelte.“

„Ein zweiter Brief ist bei mir aber nie angekommen. Sonst würde ich ja jetzt kaum weiter so penetrant auf Aufklärung bestehen.“

„Dann schicke ich Ihnen das halt noch mal. Wenn Sie’s nicht gekriegt haben: Das kann bei hunderten von Empfängern ja mal vorkommen.“

„Ein Arzt macht auch hunderte von Operationen, und ich glaube nicht, dass Sie ihm auch nur in einem einzigen Fall zugestehen würden, dass er dabei pfuschen darf.“

„Das können Sie ja nun überhaupt nicht miteinander vergleichen.“

„Nein? Sie möchten also damit sagen, dass es für Sie ganz selbstverständlich ist, schlechtere Arbeitsqualität abzuliefern als Sie von anderen Berufsgruppen in diesem Land ebenso selbstverständlich erwarten würden?“

In dem Moment erinnerte sich der Verfasser dieser Zeilen, dass in diesem unseren Bundesland Anfang des Jahres auch schon längst Verstorbene per Post aufgefordert wurden, sich einen Impftermin zu besorgen. Nach dem Telefonat heute vormittag beschleicht den Verfasser dieser Zeilen der leise Verdacht: Die können es einfach nicht besser.

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