Ein halber Euro

Gestern kündigte der TMW Immobilien Weltfonds an, am 29.03. eine Ausschüttung von 0,50 €/Anteil vornehmen zu wollen.

Für sich genommen keine ganz spektakuläre Zahl. Das ändert sich aber, wenn man den Betrag in’s Verhältnis setzt: Bezogen auf den gestrigen Rücknahmewert von 0,89 € sind das nämlich auf einen Schlag gut 56 % des gesamten restlichen Fopndsvermögens – und bezogen auf den gestrigen Kurs vor der Ankündigung sogar ein Rückfluß investierter Beträge von über 70 %.

Für uns hat die Information keine unmittelbaren Auswirkungen mehr: Unsere Position im TMW Immobilien Weltfonds hatten wir schon im August 2019 aufgelöst. Trotzdem hat die Nachricht eine gewisse Signalwirkung: Dass es nämlich nach all dem Warten am Ende doch mal recht fix gehen kann.

Im Vergleich zu den „big three“ (CS Euroreal, KanAm grundinvest und SEB ImmoInvest), denen die BAFin eine deutlich längere Abwicklungsfrist zugestanden hatte, musste der TMW Immobilien Weltfonds bereits Ende 2016 immobilienfrei sein. Ein Zustand, der bei den beiden für uns ausschlaggebenden Fonds CS und KanAm erst Ende 2019 erreicht wurde. Nachdem die Abwicklung des TMW insofern einen zeitlichen Vorlauf von etwa drei Jahren gegenüber CS und KanAm hatte, würde man, wenn man das einfach mal extrapoliert, bei CS und KanAm vielleicht annehmen können, dass auch dort im Frühjahr 2024 die Messe weitgehend gesungen sein könnte.

Das passt dann wieder ganz gut mit den Annahmen unserer mittelfristigen Abwicklungs- und Liquiditätsplanung zusammen (siehe Beitrag von gestern), wonach wir damit rechnen, dass wir nach der Jahreswende 2024/25 anfangen werden die Bücher zuzuklappen.

Frisurtrend Boris-Johnson-Look – Lebbe geht weiter

Die 95-jährige Mutter des Verfassers dieser Zeilen war ausser sich vor Freude. Ihr „Jörglein“ mit Löckchen wie vor über 60 Jahren. Und nein, die Dame daneben auf dem Foto ist nicht die beste Ehefrau von allen. Es ist Frau Blasikiewicz, die dem Gemahl der besten Ehefrau von allen seit inzwischen fast 45 Jahren (damals war die Gattin auch noch eine andere) die Haare schneidet. Die auch gleich dafür sorgen wird, dass er wieder so aussieht wie ihn unsere Aktionäre eigentlich kennen. Aber dieses kleine Stück Corona-Geschichte verdiente es doch, im Bild festgehalten zu werden. Corona hat uns alle auf eigene Art und Weise verändert. Inmitten der Veränderung schreitet die Entwicklung jedoch unaufhaltsam fort. „Lebbe geht weiter“, heißt es so schön. Auch bei Ihrer CS Realwerte AG.

Mehr als die Hälfte ihres Zyklus hat die CS Realwerte AG inzwischen hinter sich. Die Zeit der Unwägbarkeiten ist mehr oder weniger vorüber. Was folgt, nämlich die kontinuierliche weitere Vereinnahmung von Kapitalrückzahlungen, ist buchhalterische Routine. Die restlichen Jahre werden deshalb mit den uns derzeit bekannten Ankündigungen unserer Fonds zum Fortgang ihrer eigenen Auflösung immer besser planbar. So konnte der Vorstand jetzt eine Liquiditätsplanung für die nächsten vier Jahre aufstellen. Die erwartbaren Zahlungsströme lassen sich nun bis in’s Detail herunterbrechen. Daraus ergibt sich nicht nur der voraussichtlich vollständige Abbau unserer Kreditinanspruchnahmen bis kurz nach der Jahreswende 2024/25. Es läßt sich aus der parallel laufenden Ergebnisplanung auch ein Dividenden-Ausblick ableiten: 60 EUR pro Aktie in diesem und den nächsten beiden Jahren erscheinen mit heutigem Planungsstand möglich. 75 EUR pro Aktie im Jahr darauf, und in den Folgejahren jeweils > 100 EUR pro Aktie. Die Einzelheiten werden Sie als „Ausblick“ in unserem neuen Geschäftsbericht erfahren, der voraussichtlich im Juni veröffentlicht werden wird.

Wenngleich sich die Welt in den letzten 12 Monaten dramatisch verändert hat: Die Aussichten Ihrer CS Realwerte AG haben es nicht. Denn unsere Strategie erzielt ihre Erträge aus Fehlentwicklungen der letzten, weit mehr als ein Jahrzehnt zurückliegenden Finanzkrise. Aktuelle Entwicklungen hatten darauf keinen Einfluß, und wenn doch, dann sogar einen eher positiven: Unerwartet niedrige Kreditzinsen, und längere und bessere Re-Investitions-Möglichkeiten. Unsere durch die Umfrage unter unseren Aktionären vor einem Jahr gestützte Entscheidung, einer nachhaltigen Ertragsmaximierung den Vorzug zu geben vor einer schnellen Exit-Strategie, zahlt sich damit nur noch mehr aus.

Bleiben Sie uns gewogen. Und kommen Sie, das ist sicher unser aller Hoffnung, recht bald zurück in ein normales Leben. Die gleich der Vergangenheit angehörende Löckchen-Frisur ist sichtbarer Ausdruck dieser Hoffnung.

Diese Aktie rettet die Welt

ist die Überschrift folgender Werbebotschaft: „Diese französische Aktie zersetzt Plastikmüll und steht nun vor einem gigantischen Anstieg.“ Das erfährt der nichtsahnende Börseninteressierte heute in prominenter Platzierung über die ganze Seitenbreite von der werbetreibenden Firma Anleger Reports, wenn er die onvista-Seite öffnet. Eigentlich nur, um ein paar Kurse nachzuschauen. Aber in der heutigen idiotischen Gratiskultur-Welt wirst Du halt immer und überall gleich mit Werbescheisse jedweder Couleur totgeschmissen. „Dr. Samantha Fox: Deine Pillen ohne peinlichen Arztbesuch online kaufen.“ Diese Botschaft von immer wieder anderen Absendern findet der Verfasser dieser Zeilen neuerdings jeden Tag mehrfach im email-Eingang, nachdem er sich neulich mal wieder auf ein Erotik-Portal verirrt hatte.

Wobei, man wird schon nachdenklich: Wenn onvista, über comdirect immerhin ein Bestandteil der Commerzbank, schon die Werbe-Euros solcher halbseidenen Anbieter nutzloser Finanzinformationen dringend nötig hat, dann scheint denen das Wasser ja ganz schön bis zum Hals zu stehen. „Diese französische Aktie zersetzt Plastikmüll. Diese Aktie rettet die Welt.“

Pflichtgemäß teilen wir dem verehrten Publikum demnach mit: Unsere Großaktionärin, die Aktien-Gesellschaft für Historische Wertpapiere, hat hinten im Hochregallager knapp 2 Millionen Aktien liegen. Wir wussten bisher zwar noch nicht, daß Aktien Plastikmüll zersetzen können – aber wenn ja, dann rettet unsere unscheinbare kleine AG vom Wolfenbütteler Rübenfeld nicht nur die Welt, sondern das gesamte Universum.

1,00 EUR plus X

war nach gründlichem Abwägen aller mehr oder auch nur weniger nachvollziehbaren Annahmen unsere Erwartungshaltung für die im Februar anstehende nächste Ausschüttung des KanAm grundinvest. Heute erfahren wir im Fonds-Newsletter der Verwahrstelle M. M. Warburg: Am 23. Februar werden pro Anteil 1,09 EUR ausgeschüttet. Unsere entsprechende Positionierung in den letzten Wochen und Monaten mit einem Bestand von aktuell 2,775 Mio. Anteilen ist also eine ganz ordentliche Punktlandung geworden.

Ruhig auch mal ein Lob

Mindestens dem regelmäßiger Leser dieser Seite wird es vermutlich schon aufgefallen sein: Der Verfasser dieser Zeilen hat einen gewissen Hang dazu, auf das Finanzsystem im allgemeinen und auf Banken im besonderen einzudreschen.

Deshalb muß man auch mal erwähnen, wenn man positiv überrascht wurde.

Seit Anfang 2018 galt bekanntlich eine Neufassung des § 17 Investmentsteuergesetz, wonach bei unseren abwickelnden Fonds auch bei Kapitalrückzahlungen regelmäßig Kapitalertragsteuer einbehalten wurde. Erst zu Beginn des Folgejahres hatte die Depotbank dann nachzuprüfen, ob es sich tatsächlich um Kapitalrückzahlungen handelte. Die in dem Fall bei der Ausschüttung zu Unrecht einbehaltene Kapitalertragsteuer war dann zu erstatten.

Heimlich, still und leise hatte der Gesetzgeber zum 01.01.2020 den § 17 InvStG dann ein weiteres Mal verschärft. Neuerdings wird zu Unrecht einbehaltene KESt nicht mehr in jedem Fall erstattet. Vielmehr wird anhand der Einstandskurse geprüft, ob der Anleger nach Abschluß der Abwicklung eines Fonds am Ende vielleicht einen Gewinn erzielen könnte, und auf diesen nur möglicher Weise und wenn überhaupt erst in ein paar Jahren zu realisierenden Gewinn wird die Kapitalertragsteuer gleich einmal heute einbehalten und bei der §-17-InvStG-Korrektur am Jahresbeginn gekürzt. Um das richtig zu berechnen muß sich eine Bank also neuerdings jeden einzelnen Kaufkurs anschauen.

Nachdem wir mindestens bei einem Institut sogar schon bei der noch vergleichsweise einfachen Rechnung nach der alten §-17-Fassung ein unbeschreibliches Monate dauerndes Chaos erlebten, befürchteten wir dieses Jahr also das Schlimmste. Aber weit gefehlt. Auch die Bank, die uns für die Korrektur von 15 vorjährigen Ausschüttungsbuchungen letztes Jahr fast vier Aktenordner voller Storni, Neuabrechnungen, Storni der Storni und neuen Neuabrechnungen beschert hatte, kriegte das heuer Ende Januar in nur drei Bankarbeitstagen völlig ohne Komplikationen erledigt.

Wer aber steht auf dem Siegertreppchen als die schnellste und unkomplizierteste Bank? Es ist, wie auch schon in den Jahren davor, die HypoVereinsbank. Schon am 21. Januar erfolgten da sämtliche Korrekturbuchungen an einem Tag. Einige wenige Tage später als im Jahr davor, aber angesichts der noch einmal deutlich schwierigeren Materie ganz erstaunlich fix, und mit Abstand Erster.

Und heute gleich die nächste Überraschung von der HypoVereinsbank: Die Jahressteuerbescheinigung 2020 ist in der Post. Gleich mal nachgerechnet: Stimmt trotz der inzwischen ganz unerhörten Komplexität der Aufgabe auf den Cent genau überein mit dem, was unsere Buchhaltung sagt. Wir erwähnen das nur deswegen, weil es da letztes Jahr bei einer anderen Bank auch schon mal eine Abweichung von fast 200.000 EUR gab, die sich am Ende nie richtig aufklären ließ.

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