Es gibt zwei Möglichkeiten

Möglichkeit 1: Die Arbeitsprozesse bei der Commerzbank sind etwas antiquiert. Wenn die Bank etwas zu verlautbaren hat, wird ein(e) Sekretär(in) (m/w/d) gerufen, die/der/das nimmt dann ein Stenogramm auf, tippt den Text anschließend auf der Schreibmaschine runter und tut das Dokument in einen versiegelten Umschlag, der dann über die nach Eschborn ausgelagerte und wegen gelegentlicher Poststreiks nicht immer zuverlässig erreichbare Versandabteilung per reitendem Boten (bis in die Türkei Pferde, ab der irakischen Grenze Kamele) in’s Zweistromland expediert wird. Dort wird der Text in Keilschrift übersetzt und entsprechend geübte Handwerker meißeln das in eine Steintafel. Diese Steintafeln werden im Al Maqal Port in Basra gesammelt und sodann per Frachtschiff nach China expediert. Man kann leicht nachvollziehen, daß dieser Prozeß wegen der Sperrung der Straße von Hormus im Augenblick gewissen Verzögerungen unterworfen ist. Zumal Donald Trump erst letzte Nacht verkündet hat, er denke gar nicht daran, einem Frachtschiff mit Steintafeln der Commerzbank die Durchfahrt freizukämpfen. Aber Ende gut, alles gut: Endlich einmal in China angekommen dechiffriert eine Künstliche Intelligenz die Keilschrift und fertigt die Endversion der Verlautbarung der Commerzbank. Wie genau diese dann wieder nach Deutschland kommt entzieht sich leider der Kenntnis des Verfassers dieser Zeilen. Gerüchte besagen, daß die polnische Commerzbank-Tochter mBank in die Abläufe mit einbezogen sein soll, daß die dadurch zusätzlich entstehende Verzögerung bei der Übersetzung in’s polnische und zurück aber schon seit 2024 durch Nutzung eines Übersetzungsprogramms auf ein Minimum reduziert sei.

Möglichkeit 2: Frau Orlopp hat zum Häuserkampf aufgerufen. Jeder einzelne Mitarbeiter der Kopfschmerzbank steht seinen Mann (oder seine Frau, oder auch sein Diversum) im Abwehrkampf gegen Unicredit. Für normales Arbeiten bleibt da selbstverständlich keine Zeit mehr.

Was auch immer die Erklärung ist: Dass es besagtes Kreditinstitut tatsächlich geschafft hat eine den Fonds CS Property Dynamic betreffende vom 16. April 2026 datierende Ausschüttungsankündigung bereits heute auf der speziellen Internetseite zu veröffentlichen ist absolut neuer Negativ-Rekord. Steht da dem armen Andrea Orcel möglicher Weise noch die bittere Erkenntnis bevor, daß die Commerzbank dysfunktional und ihre Übernahme voll der Griff in’s Klo ist?

Wie auch immer, lange Rede ohne Sinn, nur dass es die geschätzte Leserschaft mal gehört hat: Besagtes Kreditinstitut beabsichtigt, für besagten Fonds am 13. Mai 2026 pro Anteil 1,90 EUR auszuschütten.

Nichts Substantielles

Da es weiter nichts Substantielles mitzuteilen gibt sondert der Verfasser dieser Zeilen heute einfach nur Plattitüden ab.

Zur Information über Kurse sowie Geld- und Briefseiten nutzt besagter Verfasser in der Regel das Finanzportal des Commerzbank-Ablegers Onvista. Und hat damit automatisch das Vergnügen, täglich mit der dort entsprechend geschalteten Werbung vollgedröhnt zu werden.

Heute war mal wieder die Krönung. „Börsen-Geheimtipp des Jahres“ knallt einem da auf der Startseite in großen Lettern entgegen. Und dieser Tipp des Anbieters Aktien.news ist ja so geheim, daß man sogar noch Geld für die Onvista-Werbung bezahlt, damit dieses Geheimnis für möglichst viele Leute keines mehr bleibt. Mann, Mann, Mann, für wie blöd halten die uns eigentlich …

Aber jetzt noch mal was Ernstes: Leute meines Alters sind ziemlich regelmäßig im Wartezimmer von Chiropraktoren zu finden. Der Verfasser dieser Zeilen natürlich auch, und mit seiner Chiropraktorin kann man bei der Behandlung richtig tiefgründige Gespräche führen – was dann auch regelmäßig geschieht angesichts dieser ziemlich depressiv machenden Weltlage. Und so kamen wir letzte Woche zu der Erkenntnis: Nicht einmal ansatzweise hat damals irgendeine Sau verstanden, was Barack Obama mit „Yes, we can“ eigentlich meinte …

Schicht im Schacht

18 Offene Immobilienfonds konnten in Folge der Finanzkrise nach der Lehmann-Pleite im Herbst 2008 in Deutschland ihre Verpflichtungen schlußendlich nicht mehr erfüllen und gingen in die Abwicklung. Damit  war die Grundlage für das Geschäftsmodell der CS Realwerte Aktiengesellschaft geschaffen, die in der Abwicklungsphase chronisch auftretende Unterbewertungen beim Börsenkurs im Vergleich zum Net Asset Value und zum erwartbaren Liquidationserlös aufspürte und in Anlageentscheidungen umsetzte.

Dass die letzten Fonds erst mehr als 20 Jahre nach der Lehmann-Pleite endgültig abgewickelt sein werden, das hätten wir uns allerdings bei der Implementierung unseres Geschäftsmodells vor 11 1/2 Jahren nicht im Entferntesten vorstellen können. Ebenso wenig konnten wir uns allerdings damals vorstellen, dass wir mit dem Thema für unsere Aktionäre am Ende etwa 20 Mio. EUR verdienen werden (davon die Hälfte inzwischen bereits als kumulierte Jahresüberschüsse realisiert). In unserer Broschüre bei der Öffnung der CS Realwerte Aktiengesellschaft für außenstehende Aktionäre hatten wir im Nov. 2014 bescheidene 0,1 Mio. EUR jährlichen Überschuß in Aussicht gestellt. Tatsächlich wurde es im Schnitt etwa das Zehnfache, nachdem auch unser Anlagevolumen mit in der Spitze 33 Mio. EUR gut das Zehnfache der anfangs angepeilten 3 Mio. EUR erreicht hatte.

Eben lässt Savills, die Fondsgesellschaft dieses Fonds, verlauten, daß der SEB ImmoInvest zum 31.03.2026 final aufgelöst ist. Wegen der Auflösung nicht mehr benötigter Rückstellungen war der Rücknahmewert (Nettoinventarwert) des SEB ImmoInvest erst kurz zuvor ziemlich überraschend noch von 0,62 EUR/Anteil auf 0,76 EUR nach oben gehüpft – also das genaue Gegenteil von dem, was sich die gebeutelten Anleger des DEGI Europa bei dessen finaler Auflösung erst kürzlich von der Commerzbank gefallen lassen mussten, die dabei den Hals nicht voll genug kriegen konnte. Nach Erstellung und Prüfung des letzten Abwicklungsberichts zum Stichtag 31.03.2026 soll die Schlußausschüttung für den SEB ImmoInvest voraussichtlich Ende Juni/Anfang Juli erfolgen.

Von den 18 Fonds, die seinerzeit ein betroffenes Volumen von rd. 26 Mrd. EUR auf die Waage brachten, hatte bisher gerade einmal die Hälfte eine finale Auflösung zu Wege gebracht. Mit Wegfall des SEB ImmoInvest fällt das gesamte Restvermögen der acht noch weiter abwickelnden Fonds auf ca. 250 Mio. EUR, also nicht einmal mehr 1 % des ursprünglich im Feuer stehenden Gesamtbetrages.

Damit ist auch klar, daß für die CS Realwerte Aktiengesellschaft die Zeit ihrer aktiven Tätigkeit bei fehlendem Volumen einfach mangels verbleibender Möglichkeiten unwiederbringlich zu Ende geht. Ob wir dann tatsächlich die finale Auflösung auch des letzten Fonds abwarten (müssen) und damit erst Anfang der 2030er Jahre selbst in die ewigen Jagdgründe scheiden, oder ob wir unser eigenes Ende im Interesse der Mehrzahl unserer Aktionäre bereits vorher aktiv herbeiführen, darüber werden wir in den Gremien ab nächste Woche schon intensiver zu diskutieren beginnen.

Osterüberraschung beim SEB ImmoInvest

Der SEB ImmoInvest überrascht heute mit einem Anstieg des Rücknahmepreises (Net Asset Value) von 0,62 EUR auf 0,76 EUR/Anteil. Nach Angaben der Fondsgesellschaft beruht dies „auf der Auflösung nicht mehr benötigter Rückstellungen“, was darauf schließen lässt, dass die zunächst sogar schon für 2025 angekündigt gewesene finale Auflösung dieses Fonds jetzt tatsächlich kurz bevorsteht.

Das gemeine Volk rieb sich in den letzten Monaten schon verdutzt die Augen, warum der Börsenkurs des SEB ImmoInvest stets höher lag als der Rücknahmewert (was ohne tieferes Wissen ja vollkommen unlogisch war). Ein Schelm wer denkt dass da irgendwelche Insider der Versuchung nicht widerstehen konnten …

Ach, und by the way, nur dass es die geschätzte Leserschaft mal gehört hat (für sich allein wäre es uns keine eigene Veröffentlichung wert gewesen): Frau Orlopp von der Kopfschmerzbank hat zu Ostern schon wieder ihre Spendierhosen angezogen: 1 cent/Anteil Schlußausschüttung gibt es im April beim von der Commerzbank mit geradezu galaktischer Umsicht verwalteten DEGI International.

Unter dem Kopfkissen …

… wäre das Geld dann doch besser aufgehoben gewesen. Anstatt es im damaligen Dresdner-Bank-Fonds DEGI International anzulegen. Dem heute veröffentlichten Abwicklungsbericht zum 31.12.2025 entnimmt man nämlich, daß der Fonds seit seiner Auflage im Febr. 2003 eine Rendite von minus 0,1 % p.a. erwirtschaftet hat. Aber er hatte ja auch nicht viel Zeit, Speck anzusetzen, ging dem Fonds doch schon im Okt. 2011 die Puste aus, mit Aussetzung der Anteilsrücknahme und anschließender Abwicklung.

Die dauert bis heute an und ist damit schon fast doppelt so lang wie das kurze Leben von nur etwas mehr als 8 Jahren im aktiven Vertrieb. Und das wird auch nicht mehr besser werden: Zwischen 3 und 4 % p.a. werden hier weiter beigekuhlt (vor allem wegen der abnormen Fondsverwaltungskosten von rd. 2,5 % p.a., schönen Gruß und ganz lieben Dank für Ihre aufopferungsvolle Mühewaltung, Frau Orlopp), ohne absehbares Ende. Denn zu dem 2009 abgefackelten Millennium Business Center in Bukarest steht im Abwicklungsbericht auch dieses Jahr genau das Gleiche wie all die Jahre zuvor: Es sei im Umbau, und die Gerichtsverfahren mit der Versicherung dauerten an. Tun tut sich da aber gar nichts: Ein knapp 1-minütiges Instagram-Filmchen aus dem Frühjahr 2025 bezeichnet das Hochhaus als „Phantom“, davor steht der gleiche Bauzaun wie schon seit Jahren, arbeiten tut da erkennbar keiner.

Die rumänische Immobiliengesellschaft, der das Millennium Business Center offiziell gehört, wird in den Büchern des DEGI International inzwischen nur noch mit 0,6 Mio. EUR bewertet. Und obwohl nicht ansatzweise zu erkennen ist, was aus der Ruine irgendwann einmal werden soll, hält die Commerzbank bei diesem Fonds seit Jahr und Tag und bis heute mehr als 40 Mio. EUR Liquidität vor, ohne Sinn und ohne Verstand.

Der Verfasser dieser Zeilen zieht inzwischen die Möglichkeit in Betracht, daß er die finale Auflösung des DEGI International gar nicht mehr selbst erleben wird. Ansonsten wünscht besagter Verfasser nicht nur der geneigten Leserschaft, sondern in einem Anflug von Altersmilde auch Bettina Orlopp eine erbauliche restliche Karwoche und ein schönes Osterfest.

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