Nie mehr Schnee

Der Verfasser dieser Zeilen muß ehrlich zugeben, von Mojib Latif hatte er bis dahin noch nie etwas gehört. Bis Mitte Januar die Tagesschau berichtete, besagter Herr, ein anerkannter und geschätzter Wetterforscher, sei Ehrenbürger des Landes Schleswig-Holstein geworden.

Einige Tage später wurde besagter Herr Latif bei Nuhr im Ersten etwas süffisant mit einer schon ziemlich alten Prognose zitiert: „Winter mit starkem Frost und viel Schnee wie noch vor 20 Jahren wird es in unseren Breiten nicht mehr geben.“

Der Verfasser dieser Zeilen wohnt, was den meisten der geschätzten Leser:innen gar nicht bekannt sein wird, nicht etwa inmitten von Rübenfeldern in der tiefen norddeutschen Ebene, sondern am Südhang einer Anhöhe namens Elm östlich von Braunschweig. Schon zwei Mal ist besagter Verfasser dieses Jahr die Straße zu seinem Wohnhaus zu Fuß hochgelaufen, weil mit dem Auto (trotz Allradantrieb) kein Vorankommen mehr war. Und gerade in diesem Moment schaut besagter Verfasser aus dem Fenster, schon seit Stunden schneit es wieder, und er fragt sich, welche Qualitäten man wohl haben muß um Ehrenbürger des Landes Schleswig-Holstein zu werden.

Vielleicht probiere ich es ja mal mit der Vorhersage, daß Historische Wertpapiere im Wert immer nur weiter steigen werden. Sollte jemand aus der geschätzten Leserschaft einen Draht zu Daniel Günther haben, ein dezenter Hinweis höheren Orts auf den als Ehrenbürger ebenso geeigneten Prognose-Profi vom Rübenfeld wäre ganz rührend. Was ich damit aber eigentlich nur sagen wollte ist: Am 14. März 2026 findet an unserem Firmensitz in Wolfenbüttel-Salzdahlum die 129. Auktion der Freunde Historischer Wertpapiere statt. Auf www.FHW-online.de können Sie den aktuellen Auktionskatalog durchblättern.

Schönes Wochenende der geschätzten Leserschaft, und möge dieser Scheiß-Winter irgendwann endlich mal ein Ende finden … Allerdings, zeigte meine Wetter-App vor wenigen Tagen für Ende Februar noch zweistellige Plusgrade, so faseln die heute für den 28. Februar schon wieder was von bis zu 11 Grad minus … Man wünscht ja keinem Menschen etwas Schlechtes. Aber wenn, so wie bei uns im Büro vorletztes Wochenende, wo sich der Verfasser dieser Zeilen dann den Arsch abgefroren hat, auch bei Herrn Latif nur mal für ein paar Stunden die Heizung ausfallen würde hätte das doch irgendwie Stil, oder?

Post aus der Zukunft …

… betitelte ein aufmerksamer Leser die email die er dem Verfasser dieser Zeilen gestern schrieb. Und bezog sich dabei auf eine gestrige Veröffentlichung der Commerzbank AG den in Auflösung befindlichen DEGI Europa betreffend, die sinniger Weise erst das Datum von heute trägt. Aber das war gar nicht so sehr der Stein des Anstoßes. Den Verdacht, daß sich die Commerzbank AG tatsächlich im Besitz einer Zeitmaschine befindet, erregte vielmehr der erste Absatz besagter Verlautbarung:

Im Zuge der Abwicklung des Offenen Immobilienfonds DEGI EUROPA wurde der Beschluss gefasst, das Sondervermögen mit Stichtag 28. November 2026 final zu liquidieren. Am 16. Februar 2026 werden mit der letzten Auszahlung insgesamt 8,3 Mio. Euro bzw. 0,31497161 Euro pro Anteil ausgezahlt.

Nun, gefasst wurde besagter Beschluß zur finalen Auflösung nach allem was bisher bekannt war per 28.11.2025, und nicht erst per November 2026. Aber was soll’s, mit einer Terminangabe ein ganzes Jahr daneben zu liegen können der Kopfschmerzbank ja nun wirklich nur echte Korinthenkacker wie der Verfasser dieser Zeilen ankreiden. Besagter Verfasser kratzt sich jetzt lediglich ratlos am Kopf und fragt sich: Passierte dieser Fauxpas obwohl die Commerzbank für ihre Geschäftsprozesse inzwischen KI nutzt, oder weil sie das tut? Es war ja weiß Gott nicht das erste Mal dass dieses Institut auf besagter homepage gequirlten Dünnschiss von sich gibt …

Ich glaub‘ es geht schon wieder los …

13 Jahre ist es jetzt her daß in der letzten Finanz- und Immobilienkrise Offene Immobilienfonds mit einem Anlagevolumen von rd. 25 Mrd. Euro in die Abwicklung gingen. Mit am Ende, wie wir heute wissen, sehr gemischten Resultaten. „Gute“ Fonds wie der KanAm grundinvest konnten das Anlegervermögen am Ende fast vollständig realisieren (von 10-20 Jahren Zinsverlust für das gebundene Kapital reden wir dabei lieber nicht). Andere, wie ein TWM Immobilien Weltfonds oder ein AXA Immoselect, schafften es mühelos, über die Hälfte des ihnen anvertraut gewesenen Geldes im Zuge der Fondsauflösung durch den Schornstein zu jagen.

Heute früh liest der Verfasser dieser Zeilen im Handelsblatt, daß mit dem WERTGRUND WohnSelect D wieder mal ein Fonds die Rücknahme seiner Anteilscheine ausgesetzt hat. Auch wenn die verehrte Leserschaft diesen Fonds in unseren monatlichen Statistiken ab Januar 2026 aufgeführt finden wird: Wir haben bis auf weiteres nicht die Absicht, uns hier zu engagieren. Während alle anderen unserer (inzwischen, abgesehen vom Leading Cities Invest, längst immobilienfreien) Fonds im Gewerbeimmobilienbereich engagiert waren, hätte es jetzt natürlich reizen können, sich auch mal bei ganz anderen Marktgesetzen folgenden Wohnimmobilien zu engagieren.

Aber ein Blick auf die Fondskennzahlen führt schnell zu Ernüchterung. Die Immobilien sind im Schnitt immer noch mit dem fast 25-fachen der Jahreskaltmieten bewertet. Von den Brutto-Mieteinnahmen gehen rd. 30 % für die Bewirtschaftung drauf, weitere fast 30 % für die Verwaltung des Fonds. Da man mit knapp 30 % Fremdkapital arbeitet kostet das auch noch zusätzlich Zinsen. Der echte Ertrag, der für die Anleger am Ende übrig bleibt, ist lächerlich wenig. Bei ansonsten schon anderen Gesamtumständen zeigt sich auch hier eine Problematik, wie wir sie letztes Jahr bereits beim INTER ImmoProfil erkennen konnten: Fonds mit derartigen Kostenstrukturen funktionieren nur, so lange man ausschüttbare Erträge durch ständige Höherbewertungen der Immobilienbestände generieren kann. In Phasen wie diesen allerdings beginnt der kritische Beobachter bald zu erkennen: Sehr viel heiße Luft in dieser Tüte …

Den Gedanken, hier bei unserem Geschäftsmodell einfach noch mal eine kleine Schippe nachzulegen, hat der Verfasser dieser Zeilen deshalb sehr schnell wieder verworfen. Im Grundsatz werden wir (abgesehen vom Sonderfall Leading Cities Invest) auch weiter nur noch im Abwicklungsmodus bleiben – und uns einfach nur darüber freuen, daß wir mit unserem Geschäftsmodell inzwischen bereits ein Mehrfaches von dem verdient haben was wir je zu träumen wagten.

„Wenn es der Kuh zu wohl ist geht sie auf’s Eis tanzen“, sagt ein altes deutsches Sprichwort. Es ist glaube ich ganz sinnvoll, sich die Lebensweisheiten unserer Altvorderungen ab und zu in’s Gedächtnis zu rufen.

Wie erwartet ziemlich unspektakulär …

… verlief für die CS Realwerte AG das Geschäftsjahr 2025. Hier schon mal die vorläufigen Zahlen:

 

 

Zwar ging der Buchwert unserer Fondsanteil-Bestände weiter von 19,7 auf 18,4 Mio. Euro zurück, doch der Kurswert stieg wegen des erneuten Anstiegs der stillen Reserven (die um gut 2,1 Mio. auf 8,5 Mio. Euro zunahmen) von 26,0 auf 26,8 Mio. Euro. Die Bankverbindlichkeiten (saldiert mit Guthaben) konnten weiter von 6,3 auf 5,3 Mio. Euro abgebaut werden. Im laufenden Geschäftsjahr 2026 rechnen wir hier mit einer vollständigen Rückführung.

Die endgültige Auflösung größerer Fonds würde in unserer Gewinn- und Verlustrechnung zur Realisierung der stillen Reserven und damit entsprechend positiven Ergebnissen führen. So lange dies nicht passiert (und alle großen Fonds haben ihre endgültige Auflösung erst für „nicht vor dem Jahr 2029“ angekündigt) mangelt es unserer Gewinn- und Verlustrechnung an der Ertragskomponente. Das in etwa ausgeglichene Ergebnis des Geschäftsjahres 2025 ist insofern für diese Phase absolut typisch und war auch so erwartet. Auch in den Jahren 2026 und 2027 sind erneut ziemlich ähnliche Resultate zu erwarten. Dividendenkontinuität kann in diesen Jahren aus dem vorhandenen Gewinnvortrag erreicht werden.

Wir wünschen der geneigten Leserschaft ein gutes und gesundes Neues Jahr.

Nichts wesentlich Neues …

… enthalten die von der Commerzbank als Verwahrstelle heute veröffentlichten Abwicklungsberichte per 30.09.2025 des DEGI Europa und des CS Euroreal.

Beim per Ult. November 2025 endgültig aufgelösten DEGI Europa soll die Schlußausschüttung „im Februar 2026“ erfolgen. Damit wäre auch dieser uralte (bereits 1972 aufgelegte) Fonds in den ewigen Jagdgründen angekommen. Er war ein Produkt der früheren Dresdner Bank, das die Commerzbank im Zuge der Dresdner-Bank-Übernahme „geerbt“ hatte und dann zur Freude der früheren Dresdner-Bank-Kunden in der letzten Finanzkrise anders als ihre eigenen Immobilienfonds (die nötigen Falls gestützt wurden) vor die Wand fahren ließ.

Beim CS Euroreal sind alle Zahlen und Angaben völlig unspektakulär. Zu erwähnen wäre lediglich, daß in den nächsten zwei Jahren 55-60 % des verbliebenen Fondsvermögens zur Ausschüttung kommen sollen. Das wären bei den in diesem Zeitraum noch ausstehenden drei Ausschüttungen (Juni 2026, Dez. 2026 und Juni 2027) insgesamt knapp 60 cent pro Anteil, so daß wir an den genannten Terminen Ausschüttungen von jeweils +/- 20 cent in unsere Finanzplanung eingestellt haben.

Der Verfasser dieser Zeilen wünscht der geschätzten Leserschaft einen guten Rutsch und für das Neue Jahr nur das Allerbeste.

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