Category : Neuigkeiten
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Erst vor wenigen Stunden hatte sich der Verfasser dieser Zeilen über das Rätsel um die finale Auflösung des DEGI Europa gewundert und über das Informationsverhalten der Commerzbank mokiert. Das bedarf einer Richtigstellung. Soeben teilt uns ein aufmerksamer Leser mit (mit dem Hinweis daß er nicht für diesen „Saftladen“ arbeitet, aber würde er das dann hätte er auch kaum auf einen Samstag (!) eine Richtigstellung für nötig erachtet), auf der einschlägigen homepage der Commerzbank befinde sich (allerdings außerhalb der üblichen Rubriken ganz am Anfang ohne jede Hervorhebung versteckt) der Hinweis:
„Das Sondervermögen DEGI EUROPA wurde zum 28. November 2025 final aufgelöst. Weiterführende Informationen entnehmen Sie bitte der Anlegermitteilung von Dezember 2025.“
Tatsächlich, das ist so.
… säße der Verfasser dieser Zeilen jetzt, würde er sich nicht auf einem nur ganz leicht nach Norden abfallenden und ansonsten eher platten Rübenacker befinden. Schon vor einigen Tagen hatten wir an dieser Stelle über merkwürdige Veränderungen des Rücknahmewertes (Net Asset Value) des DEGI Europa sinniert – und die Vermutung geäußert, daß die finale Auflösung dieses Fonds wohl kurz bevorstünde. Heute sehen wir aus entsprechenden Bankmitteilungen, daß die Börsennotiz mit Ablauf des 10.12.2025 endete. Die finale Auflösung wäre ja schon ein ziemlich gravierendes Ereignis – Sie müssen nur nicht glauben, daß die Commerzbank als Verwahrstelle (früher: Depotbank) des DEGI Europa es für nötig befindet, auf ihrer speziellen homepage „Investmentvermögen in Abwicklung“ dazu auch nur ein einziges Wort zu sagen.
… gibt es am 18.12. beim CS Euroreal, nur daß Sie’s mal gehört haben. In unserer mehrjährigen Liquiditätsplanung waren wir da etwas erwartungsfroher gewesen und hatten für den Dezember-Termin 2025 Anfang des Jahres mal 20 cent reingeschrieben. Der absolute Betrag der uns zufließenden Ausschüttung versetzt uns aber trotzdem in die Lage, den Abbau unserer Bankverbindlichkeiten stärker zu forcieren als es in der Planung eigentlich vorgesehen war.
Wenn man über den INTER ImmoProfil und seinen Initiator, die BNP Paribas, wenigstens etwas positives sagen kann, dann dies: Wenn ein Bericht fertig ist, dann wird er auch gleich veröffentlicht. Anders als z.B. bei der Commerzbank, die die Veröffentlichung längst fertiger Berichte grundsätzlich und um uns Anlegern noch mal richtig den Stinkefinger zu zeigen erst 5 Minuten vor Mitternacht am letzten überhaupt noch zulässigen Tag der dafür vorgesehenen 3-Monats-Frist vornimmt.
Nach den gesetzlichen Vorgaben war der 30.09.2025 die Frist, nach deren Ablauf das Fondsvermögen des INTER ImmoProfil zur weiteren Abwicklung auf die Verwahrstelle (früher: Depotbank) übergehen sollte. Daß der Fonds bis dahin mit seiner Abwicklung, vor allem dem Verkauf der vier übrig gebliebenen Objekte, recht weit vorangekommen sein musste, konnte man schon daraus schließen, daß bereits Mitte November eine für den 15.12. geplante Ausschüttung von 18,50 EUR/Anteil bekannt wurde. Musste man da aber noch Kaffeesatzleserei betreiben, welche Objekte denn nun bereits verkauft worden sein könnten, schafft der vor wenigen Tagen veröffentlichte Auflösungsbericht per 30.09.2025 nunmehr Klarheit: Alle. Wobei für das letzte, das Hotel in Essen, der notarielle Kaufvertrag tatsächlich auch erst am 30.09. abgeschlossen wurde.
Damit reiht sich der Fonds ein in die übrigen abwickelnden Fonds, bei denen das Restvermögen im Grundsatz nur noch aus Bankguthaben besteht, mit deren Auskehrung die Anleger in einer mehrjährigen Prozedur peu-á-peu rechnen können. Durch Veräußerungsverluste zu Stande kommende weitere Rückgänge des Rücknahmewertes (net asset value) pro Anteil sind dagegen jetzt nicht mehr zu befürchten, die Reste-Rampe ist leer.
Ansonsten kann der Abgesang denkbar kurz ausfallen: Ohne die Verkaufsvorgänge der letzten Monate noch einzeln kommentieren zu müssen reicht ein Blick auf die Wertentwicklung des Fonds. Seit dem Beginn des Auflösungsprozesses war die Wertentwicklung in den letzten drei Jahren mit 30,5 % negativ, wovon allein 24,5 % auf das Konto des letzten Berichtsjahres gingen, also die beim Verkauf der Restimmobilien massiv eingetretenen Verluste. Damit sticht der INTER ImmoProfil und sein Initiator BNP Paribas weder besonders positiv noch besonders negativ hervor. Es gab auch Fonds wie den TMW Immobilien Weltfonds, bei dessen Auflösung mehr als 50 % des angeblichen Fondsvermögens durch den Schornstein gingen, aber genau so auch Fonds wie den KanAm grundinvest, bei dem es am Ende sogar noch für ein hauchdünnes Plus reichte.
Der INTER ImmoProfil ist dagegen wie fast alle anderen vor ihm in die gleiche Situtation geratenen offenen Immobilienfonds ein gutes Beispiel für die Feststellung: Wenn es hart auf hart kommt sind die von hochmögenden Gutachtern zusammengewürfelten sogenannten Verkehrswerte der Fondsimmobilien nichts weiter als reines Wunschdenken.
Nachdem die Commerzbank als Verwahrstelle des DEGI Europa dessen Rücknahmewert Ende Juni bereits um knapp 2 cent auf 0,34 EUR/Anteil zurückgenommen hatte folgte heute eine weitere Abwertung um 3 cent auf nur noch 0,31 EUR/Anteil. Vom Fondsvermögen von 9,4 Mio. EUR zur Jahresmitte sind also inzwischen erst 0,5 Mio. EUR und jetzt noch einmal 0,79 Mio. EUR verschwunden.
Das erinnert frappierend an das ziemlich unrühmliche Ende des Schwesterfonds DEGI German Business im September. Dort war der Rücknahmewert bis zuletzt mit ausschüttungsbereinigt 0,55 EUR/Anteil angegeben worden, in der Schlußausschüttung am 22.9. erhielten die Anleger aber nur noch knapp 0,31 EUR/Anteil ausgekehrt. Der Grund: Im letzten Abwicklungsbericht per 30.06.2025 hatte die Commerzbank zur Abdeckung angeblich nachlaufender Kosten die Rückstellungen drastisch von 0,1 auf 0,5 Mio. EUR heraufgesetzt (und dieses Geld, um sich schadlos zu halten, dann nach finaler Auflösung des Fonds natürlich erst einmal selbst vereinnahmt). Bei einem Fondsvermögen von schließlich nur noch 0,8 Mio. EUR schlug das pro Anteil voll in’s Kontor.
„Final“ heißt dann übrigens auch: Wenn die Commerzbank, was man annehmen könnte, bei der Bezifferung der Nachlaufkosten mit dem dicken Daumen gerechnet hat, und wenn das am Ende mehr war als tatsächlich gebraucht, dann hat am Ende die Commerzbank einen a.o. Ertrag, und nicht mehr die ehemaligen Anleger. Und daß die Bank sehenden Auges so gerechnet hat daß es für sie am Ende knapp werden könnte werden ihr auch Zeitgenossen die der Bank wohler gesonnen sind als der Verfasser dieser Zeilen kaum unterstellen …
Etwas ähnliches hatten wir für den DEGI Europa danach auch bereits erwartet, allerdings in deutlich abgeschwächter Form, weil dessen restliches Fondsvermögen ein vielfaches des DEGI German Business betrug und als absolute Zahl möglicher Weise in ähnlicher Größenordnung veranschlagte Nachlaufkosten pro Anteil entsprechend viel geringer durchschlagen.
Der DEGI Europa liegt im Berichtsturnus drei Monate hinter dem DEGI German Business (der Ende September final aufgelöst wurde) und die Commerzbank hatte im letzten Abwicklungsbericht per 30.09.2024 „eine finale Auflösung … nicht vor dem Jahr 2025“ in Aussicht gestellt. Insofern sprechen die jüngsten Verluste beim Rücknahmewert des DEGI Europa dafür, daß jetzt auch hier zu Lasten der Anleger kräftig Rückstellungen für Nachlaufkosten gebildet wurden und die finale Auflösung des Fonds in Kürze bevorsteht.