Das kleine Einmaleins der Analyse

Wat is eine jute Geldanlage? Da stelle mer uns mal janz dumm und fangen an zu rechnen: 19,9 Mio. Euro krieje mer aktuell an jährlichen Mieteinnahmen rein, Bewirtschaftungsaufwand is 9,2 Mio. Euro, den Banken müsse mer 5,5 Mio. Euro an Zinsen zahlen, dem Fiskus 2,3 Mio. Euro an Steuern, und die jroßartigen Fondsverwalter knöpfe uns für ihre aufopferungsvolle Tätichkeit 3,2 Mio. Euro ab. Nun sind Sie dran: Wat blift für den Fondsinvestor übrich?

Nix. Weniger als nix, jenauer jesagt. Und da habe mer über das Thema „Abwertungen“ noch nich mal jesprochen, nachdem sich die allwissenden Jutachter bei den Verkehrswerten janz langsam an die Realität heranzutasten beginnen.

Der Verfasser dieser Zeilen hatte an diesem Wochenende zum ersten mal seit Jahren wieder das Vergnügen, sich mit dem Immobilienportfolio und den Zukunftsaussichten eines Immobilienfonds zu beschäftigen, der letzte Woche die Rücknahme seiner Anteilscheine ausgesetzt hatte. Übrigens schon zum zweiten Mal in seinem seit 1999 währenden Dasein. Beim ersten Mal im Sommer 2015 war er nach einmaliger Verlängerung dem Tod tatsächlich noch einmal von der Schippe gesprungen – als überhaupt einziger aller damals in Schwierigkeiten geratenen Offenen Immobilienfonds, alle anderen gingen hinterher wegen der offenkundigen Aussichtslosigkeit aller weiteren Bemühungen in die Abwicklung.

Wir reden hier nicht über irgendeine Duodezklitsche. Wir reden darüber, daß es nicht einmal mehr die große UBS geschafft hat, ihren UBS (D) Euroinvest auf den Füssen und offen zu halten. Und je tiefer sich der Verfasser dieser Zeilen nach jahrelanger Abstinenz wieder in die Märkte einarbeitet, desto mehr beschleicht ihn das Gefühl, daß den meisten Offenen Immobilienfonds wohl noch vieles bevorsteht, aber ganz bestimmt keine glänzende Zukunft mehr.

Kalt erwischt

Der 1999 aufgelegte Gewerbeimmobilien-Fonds UBS (D) Euroinvest brachte in seinen besten Zeiten im Herbst 2008 mal knapp 2,7 Mrd. EUR auf die Waage – das hat sich bis heute auf 1,43 Mrd. EUR fast halbiert.

Schon einmal, im Sommer 2015, musste UBS für diesen Fonds die Anteilscheinrücknahme aussetzen, zunächst für 12 Monate, was dann noch einmal um 12 Monate verlängert werden konnte (und wurde). Mit den fast nur institutionellen Anlegern (es galt und gilt eine Mindestanlagesaumme von 500.000 EUR) konnte man aber im Sinne der Schadensbegrenzung während der Zeit der Aussetzung besser reden als mit zigtausenden von Privatanlegern. Das hatte zum Ergebnis, daß man die meisten Investoren bei der Stange halten und den Fonds im Sommer 2017 tatsächlich wieder öffnen konnte. Der UBS (D) Euroinvest war damit unter allen damals in der letzten Finanzkrise in Schwierigkeiten geratenen Offenen Immobilienfonds der einzige, dem das Schicksal der endgültigen Schließung und anschließenden Abwicklung erspart blieb.

Erst einmal. Denn heute, fast 10 Jahre später, erfahren wir: Nun hat es diesen Fonds doch wieder erwischt. Die Rücknahme der Anteilscheine wurde erneut ausgesetzt, da die liquiden Mittel nicht ausreichen, um die bereits vorliegenden Rücknahmewünsche zu erfüllen.

Indem eine Krise die letzte davor jagt, nach nur einer kurzen Zwischenphase sorglos prosperierender Märkte, scheint das Thema „abwickelnde Offene Immobilienfonds“ so etwas wie eine „never ending story“ zu werden …

KanAm grundinvest: Ausschüttung am 11.03.2026

Heute erfahren wir im fondsnewsletter von Warburg/KanAm, daß es nächste Woche Mittwoch die bereits Ende letzten Jahres für das erste Quartal 2026 angekündigte nächste Ausschüttung geben wird, und zwar 0,26 EUR je Anteil. Das sind fast 30 % des noch verbliebenen Restvermögens des KanAm grundinvest und deutlich mehr als die 0,10 bis 0,20 EUR mit denen wir in unserer Planung gerechnet hatten.

Mit der Ende Februar erfolgten finalen Auflösung des DEGI Europa und nun der Ausschüttung des KanAm grundinvest ist in unserem speziellen Geschäft die Messe für das erste Halbjahr 2026 mehr oder weniger bereits gesungen. Die geschätzte Leserschaft stelle sich deshalb bitte auf eine ereignis- und nachrichtenlose Zeit von mindestens 10 Wochen ein. Ein bißchen Bewegung kommt voraussichtlich erst wieder mit der für Mai erwarteten Ausschüttung des CS Property Dynamic sowie den nächsten Ausschüttungen des CS Euroreal und des INTER ImmoProfil, mit denen wir im Juni rechnen.

Nie mehr Schnee

Der Verfasser dieser Zeilen muß ehrlich zugeben, von Mojib Latif hatte er bis dahin noch nie etwas gehört. Bis Mitte Januar die Tagesschau berichtete, besagter Herr, ein anerkannter und geschätzter Wetterforscher, sei Ehrenbürger des Landes Schleswig-Holstein geworden.

Einige Tage später wurde besagter Herr Latif bei Nuhr im Ersten etwas süffisant mit einer schon ziemlich alten Prognose zitiert: „Winter mit starkem Frost und viel Schnee wie noch vor 20 Jahren wird es in unseren Breiten nicht mehr geben.“

Der Verfasser dieser Zeilen wohnt, was den meisten der geschätzten Leser:innen gar nicht bekannt sein wird, nicht etwa inmitten von Rübenfeldern in der tiefen norddeutschen Ebene, sondern am Südhang einer Anhöhe namens Elm östlich von Braunschweig. Schon zwei Mal ist besagter Verfasser dieses Jahr die Straße zu seinem Wohnhaus zu Fuß hochgelaufen, weil mit dem Auto (trotz Allradantrieb) kein Vorankommen mehr war. Und gerade in diesem Moment schaut besagter Verfasser aus dem Fenster, schon seit Stunden schneit es wieder, und er fragt sich, welche Qualitäten man wohl haben muß um Ehrenbürger des Landes Schleswig-Holstein zu werden.

Vielleicht probiere ich es ja mal mit der Vorhersage, daß Historische Wertpapiere im Wert immer nur weiter steigen werden. Sollte jemand aus der geschätzten Leserschaft einen Draht zu Daniel Günther haben, ein dezenter Hinweis höheren Orts auf den als Ehrenbürger ebenso geeigneten Prognose-Profi vom Rübenfeld wäre ganz rührend. Was ich damit aber eigentlich nur sagen wollte ist: Am 14. März 2026 findet an unserem Firmensitz in Wolfenbüttel-Salzdahlum die 129. Auktion der Freunde Historischer Wertpapiere statt. Auf www.FHW-online.de können Sie den aktuellen Auktionskatalog durchblättern.

Schönes Wochenende der geschätzten Leserschaft, und möge dieser Scheiß-Winter irgendwann endlich mal ein Ende finden … Allerdings, zeigte meine Wetter-App vor wenigen Tagen für Ende Februar noch zweistellige Plusgrade, so faseln die heute für den 28. Februar schon wieder was von bis zu 11 Grad minus … Man wünscht ja keinem Menschen etwas Schlechtes. Aber wenn, so wie bei uns im Büro vorletztes Wochenende, wo sich der Verfasser dieser Zeilen dann den Arsch abgefroren hat, auch bei Herrn Latif nur mal für ein paar Stunden die Heizung ausfallen würde hätte das doch irgendwie Stil, oder?

Post aus der Zukunft …

… betitelte ein aufmerksamer Leser die email die er dem Verfasser dieser Zeilen gestern schrieb. Und bezog sich dabei auf eine gestrige Veröffentlichung der Commerzbank AG den in Auflösung befindlichen DEGI Europa betreffend, die sinniger Weise erst das Datum von heute trägt. Aber das war gar nicht so sehr der Stein des Anstoßes. Den Verdacht, daß sich die Commerzbank AG tatsächlich im Besitz einer Zeitmaschine befindet, erregte vielmehr der erste Absatz besagter Verlautbarung:

Im Zuge der Abwicklung des Offenen Immobilienfonds DEGI EUROPA wurde der Beschluss gefasst, das Sondervermögen mit Stichtag 28. November 2026 final zu liquidieren. Am 16. Februar 2026 werden mit der letzten Auszahlung insgesamt 8,3 Mio. Euro bzw. 0,31497161 Euro pro Anteil ausgezahlt.

Nun, gefasst wurde besagter Beschluß zur finalen Auflösung nach allem was bisher bekannt war per 28.11.2025, und nicht erst per November 2026. Aber was soll’s, mit einer Terminangabe ein ganzes Jahr daneben zu liegen können der Kopfschmerzbank ja nun wirklich nur echte Korinthenkacker wie der Verfasser dieser Zeilen ankreiden. Besagter Verfasser kratzt sich jetzt lediglich ratlos am Kopf und fragt sich: Passierte dieser Fauxpas obwohl die Commerzbank für ihre Geschäftsprozesse inzwischen KI nutzt, oder weil sie das tut? Es war ja weiß Gott nicht das erste Mal dass dieses Institut auf besagter homepage gequirlten Dünnschiss von sich gibt …

1 2 3 4 169