Risiken und Nebenwirkungen
Letzten Freitag notierte der Leading Cities Invest (LCI) an der Börse noch mit über 35,00 Euro. Gestern schmierte der Kurs dann auf 32,80 Euro ab. Die Fundamentals hatten sich nicht geändert, auch sonst vermochten wir zunächst keinen Grund für diesen ungewöhnlich starken Rücksetzer zu erkennen. Erst ein Blick auf die LCI-Internetseite brachte die Erleuchtung: Am 22.9. erklärte der Fonds, die Rücknahme von Rückgabeerklärungen pauschal zu akzeptieren. Bisher war es so: Wer seine Anteile vor dem Beschluß der endgültigen Auflösung zum 26.06.2026 zur Rückgabe bei der Kapitalanlagegesellschaft angemeldet hatte bekam für diese LCI-Bestände einen Sperrvermerk im Depot. Mit der endgültigen Auflösung war zwar sonnenklar, daß eine Rücknahme nie mehr stattfinden würde, aber die Sperrvermerke blieben zunächst und über diese Bestände konnten die betroffenen Anleger weiter nicht mehr verfügen. KanAm hatte bereits angekündigt, das Problem in Absprache mit der BAFin lösen zu wollen. Diese Lösung gibt es jetzt: Die pauschale öffentlich erklärte Akzeptierung der Rücknahme der früher abgegebenen Rückgabeerklärungen für diese Fondsanteile. Damit waren die bisher blockierten Bestände für die betroffenen Anleger wieder uneingeschränkt verfügbar, und einige Zeitgenossen hatten dann nichts besseres zu tun als die Stücke sofort ohne jede Rücksicht auf Verluste über die Börse rauszudonnern. Mit den oben beschriebenen Folgen für den Kurs. Was für eine unerwartete schöne Nachkaufgelegenheit …
Und, by the way, nur daß es die verehrte Leserschaft mal gehört hat: Auch beim UBS (D) Euroinvest Immobilien mochte man sich die Hängepartie der Rücknahmeaussetzung (der inzwischen nach 15 Jahren bereits zweiten, damals konnte der Fonds als einziger von allen in’s Schleudern geratenen wieder in die Spur gesetzt werden) nicht weiter antun: Der Fonds wird zum 24.09.2026 endgültig aufgelöst.
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