So einfach funktioniert Wirtschaft

Letztes Jahr hat die Aktien-Gesellschaft für Historische Wertpapiere die an ihr Betriebsgebäude angrenzende Hochregal-Lagerhalle verkauft. 25 Jahre lang war das ja so praktisch: Alles was im restlichen Betrieb irgendwie gerade nicht gebraucht wurde wanderte in die Halle. Im Laufe der Zeit entstand damit ein Gerümpelparadies sonder gleichen. Doch so langsam insistiert der Käufer der Halle, daß wir das alles ausräumen. Da sind wir nun gerade dabei, und da gibt es kein Hin- und Herräumen mehr, da müssen Entscheidungen getroffen werden. Hat es für uns noch irgendeinen strategischen Wert und kann man damit noch Geld verdienen, oder kann das ganz einfach weg?

Und wie einer der Gewitterblitze von letzter Nacht schoß dem Verfasser dieser Zeilen durch den Kopf: Es scheint in jeder Firma, egal wie groß oder wie klein, ganz normal zu sein daß sich im Laufe der Jahre beständig mehr Wildwuchs bildet den auch niemand ernsthaft bekämpft so lange kein starker wirtschaftlicher oder sonstiger Druck dies fordert. Aber die Marktverhältnisse ändern sich unaufhaltsam, und eines Tages hält die Staumauer dem Wasserdruck nicht mehr stand, eines Tages muß man dann.

Hat es noch irgendeinen strategischen Wert und kann das Werk überhaupt noch Geld verdienen? Vor der Frage, vor der wir gerade standen, steht auch die Volkswagen AG. Nur ist die Frage dort einige Zehnerpotenzen größer. Aber das Prinzip, daß ein Laden im Laufe der Zeit im alten Trott Marktveränderungen erst mal nur auszusitzen versucht und dabei einfach festrostet und dann mit ein paar kräftigen Hammerschlägen wieder mobil gemacht werden muß, dieses Prinzip ist überall gleich, egal wie groß oder klein die Bude ist. Nur weil das längst nicht jeder begriffen hat existiert eine große Zahl historischer Aktienurkunden, die die Kunden der Aktien-Gesellschaft für Historische Wertpapiere heute begeistert sammeln.

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